Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

Page: 127
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Schwckens erhöhten - es wäre noch nichts an-
ders vor Augen als ein entsetzliches Sinn-Bild/
welches alle Hertzen mit kaltem Eiß überzogen
hatte - ein einiger Sclav ohne Waffen gab diesem
traurigen Schau-Spiehl eine andere Gestalt.
Der ^uilLn gantz äusser sich selbsten, und vor Ver-
wunderung sehr bestürtzt/ ließ den Überwinders
sich kommen- und nachdem er Ihm seine unge-
meine Gnade - wornach jeder Mensch von Na-
tur begierig ist - bezeugte- und selbige dem
so reichlich angedeyhen ließ ; sagte Er zu Ihm
Ihn küssend : Ich gebe dir die Freyheit - tapf-
erer Jüngling- dukanst von mir nochüberdas
begehren was du wilt- ich kan dir nimmermehr
den Dienst- den du mir allererst bewiesen hast,
belohnen; Bey diesen Worten / ohne eine wei-
tere Antwort zu erwarten / schlosse der liebe Va-
ter seine holdseelige 2aume in seine Arm - welche
annoch gantz voller Schröcken über der Gefahr-
worinn Sie und Ihr Liebhaber gestanden / sich
in Ihren Reden gantz übereilte/ um dem ausge-
lassenen Gemüth Ihres Vaters sich gleichförmig
zu stellen / und die Unruh/ die Sieauß Ihres
«Hertzens Meynungen empfände/zu verbergen.
Nach einem vielmahligen gedoppelten Umarmen,-
wendete dcr8u!czn sich gegen dem Printzen also
redend: Rede Christ / und förchte keine Frech-
heit- der Preiß und der Lohn kan deinen Dienst
nimmermehr bezahlen - ich widerhohle dir dieses/
betrachte diejenige - die du mir wieder gegeben
hast, um deine Ehrsucht dahin zu bewegen-daß
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