Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

Page: 173
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und schickte wohl tausend Wünsche gegen dem
Himmel ab , um einen glücklichen Äugenblick/
zu Ausführung seiner Sache / zu erhalten.
Gleichwie nun seine abziehlende Meynung auf-
richtig und ohne Falsch wäre / so würdigte dek
Himmel auch selbige zu beschützen und zu unter-
halten. Einsmahls in einer Nacht / da deßTa-
ges zuvor eine erschröckliche Hitze war / überfiel
der Schlaff gantz unvermerckt die zwey Wachen-
de. Der Printz stiege gantz still auß seinem
Bette / kleidete sich an / und bewaffnete sich mit
dem ersten Degen/den Er antraff/ Er machte Vie
Thür gantz sachte auf/ wolte ein Pferdt nehmen/
und sich eines gewissen Lochs / welches Er vori-
gen Tages in der Maur deß Hofes bemercket
hatte / bedienen / als eben ein kleines Geräusch/
welches Er nicht mit Fleiß gemacht > die Manner
aufgewecket hatte: Alsobald sprangen sie fast
nackend auß ihrem Bette / ein jeder liess zu seinen
Waffen / derjenige/ der der nächste bey derThür
wäre/ schloß selbige wiederum zu/ und als dieser
den Lari aufhalten wolte / so sand er sich von ei-
nem Stich verwundet/ daß er zur Erden nieder
fiel: Ein anderer/ welcher ein gleiches unterneh-
men wolte/ kam auch nicht besser davon ; Die-
ser so ungleiche Kampff/konnte ohn ein Geräusch
und Geschrey nicht vorbey gehen ; Dessentwe-
gen kelime gantz bestürtzt mit Ihrem Sclaven/
welcher ein Licht in der Hand trug/ herbey liess.
Was war wohl dieses vor ein Schau-Spiehl/
vor eine Liebhaberin / welche glaubte alle Vor-
sichtig»
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