Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 79
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Nr. 5.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

79

bürg Graf Balny d’Avricourt. Bode
spricht bedingungsweise von der Zu'
Schreibung an Vroom bei einer Land'
schaft der Galerie Pelzer in Köln.
Durch Hofstede de Groot wird unserem
Künstler ein falsch signierter Jan Wou'
werman der Kollektion Aremberg in
Brüssel*) zugeschrieben, durch Bode
ein sogenannter Ruisdael im Museum
zu Glasgow (hiezu „Oud Holland“,
XVIII, S. 224).

Moes teilt ein Bild mit, das mit
„C. V.“ monogrammiert ist und im
städtischen Museum zu Amster'
dam bewahrt wird. Es ist ein Seebild
mit Fahrzeugen (breit 0^30, hoch o-20 m)
und (nach Moes) in einem graubraunen
Ton gehalten, der an Van Goyen er'
innert. Man darf wohl annehmen, daß
es sehr früh fällt („Oud Holland“,
XVIII, S. 218).

Vermutungsweise wird dem C.
Vroom auch ein Seestück mit geschieht'
liehen Figuren zugeschrieben, das sich
in Hampton'Court befindet. Alte Im
ventarsangaben sprechen scheinbar da'
für, daß es sich um ein Werk des
Cornelis Vroom handle, doch läßt Laws
großer Katalog (S. 296 f., Nr. 876) die
Möglichkeit offen, daß es von Percelles
herrühre. Möglicherweise ist in dem
Bild zu Hampton'Court dasselbe er'
halten, das als Percelles im Katalog der
Bilder Karls I. vorkommt.

In Abbeville Seestücke, bei denen
man zwischen den Zuschreibungen an
den älteren und an den jüngeren Vroom
schwanken kann (Bredius in „Oud'Hol'
land“, XIX, S. 5).

Alte Kataloge und Inventare nennen
unsern Vroom nicht gerade häufig.
Einiges wenige steht bei Hoet (I, S. 23
und 33); anderes wird durch E. W. Moes

*) Lithographiert von Simonau als Jan
Wouwerman. Besprochen und katalogisiert
bei Burger: „Galerie d’Aremberg“, 1859. Ich
hielt dieses Bild vor Jahren für einen Jacob
van Ruisdael Salomonsz.

nachgewiesen („Oud Holland“, XVIII,

S 225).

In P. Lelys Sammlung befand sich
eine Landschaft von „Old Vroome“
(vergl. Brian Fairfax „Catalogue of the
curious collection of pictures of G.
Villiers . .“ Anhang A. London 1758).

Die Nachträge zu Füßlis großem
Künstlerlexikon erwähnen ein Werk
von J. Vroom in der Sammlung des
Advokaten Schmidt zu Kiel. Die Ver' *
bindung von C und V in der Signatur
des Schweriner Bildes erinnert an ein
J und C, wodurch wohl ein J. Vroom
ins Füßlische Lexikon gekommen ist.
Das Bild, eine Waldlandschaft mit Fi'
guren, dürfte wohl ein Cornelis Vroom
gewesen sein.

Irgendein Mißverständnis scheint
auch der Angabe des VersteigerungS'
kataloges Razumowsky (Wien, 1838)
zugrunde zu liegen. Es heißt dort:
Nr. 52 „Cor. de Vroom . Loth mit
seiner Tochter und der Brand von
Sodoma . Monogrammiert. Jahreszahl
1598“ ! In diesem Falle hat es sich, nach
dem Datum zu schließen, nicht um einen
Vroom gehandelt, sondern um das Werk
eines Monogrammisten, dessen Hand'
Zeichen 1838 mißverstanden wurde.

Vroomsche Zeichnungen befinden
sich in Dresden (vergl. Woermanns Pub'
likation der Handzeichnungen, MappeVII,
Taf. 18, Nr. 255 und 256) und in der
Albertina zu Wien (oben schon erwähnt
in der Note zur Vroom' Literatur).
Amsterdam besitzt eine L. Bramersche
Zeichnung nach einem Vroomschen
Gemälde (hiezu Moes in „Oud Hol'
land“, XIII und XVIII).

Die Radierungen, die man eine Zeit'
lang, nach dem Vorgänge Naglers, dem
C. Vroom zugeschrieben hat, sind wohl
von anderer Hand. *)

*) Vergl. Naglers Lexikon, Artikel Vroom,
Naglers Monogrammisten II, S. 294, und
F. v. Bartsch „Die Kupferstichsammlung der
k. k. Bibliothek in Wien“, S. 223.
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