Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 3.1907

Page: 161
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Blätter für Gemäldekuhde

ZU BEZIEHEN DURCH
DIE BUCHHANDLUNG
GEROLD & Co., WIEN,
I. STEPHANSPLATZ 8.

VON

Dr. TH. V. FRIMMEL

- ZUSCHRIFTEN AN -
DEN HERAUSGEBER ZU
RICHTEN NACH WIEN,
IV. SCHLÜSSELGASSE 3.

III. Band.

FRÜHLING 1907.

Heft 9.

DIE INSCHRIFTEN AUF HOLBEINS PORTRÄT DES
DIRK TYBIS VON DUISBURG.

Mitgeteilt von Rud. Arthur Peltzer.

Holbein hat es
verewigt hat, aus

Meister
seine Hand
dem unerfreulichen Zustand des
Unbekanntseins zu erretten.
Meist enthält ein an der Wand
unauffällig angebrachter oder auf
einem Tische liegender Zettel,
ein Brief, den der Dargestellte
schreibt, liest oder öffnet, die ge-
wünschten Nachrichten: Name,
Alter, Heimat, Wohnort, Beruf,
Wahlspruch usw. und man muß
die Geduld und Geschicklichkeit
des Malers bewundern, mit der
er die Züge einer jeden indivi-
duellen Handschrift nachgemalt
hat. Solche Schriftstücke weisen
z. B. die in England gemalten
Porträts des Sir Henry Guildford
von 1527 (in Windsor), des Hof-
astronomen Nikolaus Kratzer im
Louvre, der beiden Goldsalve
in der Dresdener Galerie (letztere
von 1528) auf; auch das Söhn-
chen des Herzogs von Suffolk
(Miniatur aus dem Jahre 1541
in Windsor) hält ein Blatt in
seinen Händchen, auf welchem
Datum und Alter verzeichnet
sind. Namentlich aber finden
sich diese so harmlos ausschauen-
den Briefe und Zettel auf den

der Nachwelt leicht gemacht, die Personen, welche

Holbein: Das Tybis-Bildnis in der Kaiserlichen Galerie zu Wien.
(Aufnahme und Klischee J. Löwy in Wien.)
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