Browning, Elizabeth Barrett; Gothein, Marie Luise [Transl.]
Sonette nach dem Portugiesischen — Leipzig, 1903

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ein Stück unmittelbaren Ausdrucks des Lebens sind diese Gedichte,
dass ein Wissen vom Leben des Dichters dazu gehört, um sie völlig
in ihrer Schönheit zu gemessen. Wir können und sollen nicht ver-
gessen, dass die Dichterin in der Krankenstube, an die ein dunkles
Schicksal sie viele Jahre gefesselt hielt, die Feder führt. In diese
Krankenstube, zu der nur wenige Freunde selten Zutritt erhielten,
war plötzlich wie ein Bote aus einer fremden Welt der Dichter
Browning getreten. Er hatte erreicht, was viele, die mit der schon
damals berühmten Dichterin in Briefwechsel standen, umsonst
versucht hatten, einen persönlichen Besuch. Elizabeth selbst hat
wiederholt ihre Verwunderung ausgesprochen, dass sie Browning,
mit dem sie erst seit wenigen Monaten korrespondierte, diese Bitte
nicht abschlagen konnte. Wir, die wir seit kurzem den Briefwechsel
kennen, den sie bis zu ihrer Verheiratung führten, verstehen es viel-
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