Brugsch, Heinrich
Wanderung nach den Türkis-Minen und der Sinai-Halbinsel: mit drei Tafeln sinaitischer Inschriften — Leipzig, 1868

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Ueber Wadi Frran und die Lürkis-Minen nach Luez.

Unsere Reise c»n genannten Tagc dauerte nicht gar
lange. Erst gegen 12 Uhr Mittags waren wir vem
Kloster aufgebrochen nnd bereits nach 2 z Stunden Ritt
wurden unsere Lagerzelte beim Gebel Kebescheh aufge-
schlagen. Zwei Straßen führcn nach Wadi Feran. Die
eine, welche den alten Weg durch das Wadi er-Rahah
über den Paß vvn Negeb Haua führt (s. oben S. 34), ließen
wir abseits vor nns liegen, obgleich sie bei weitem kür-
zer ist, und zogen es vor, die allerdings weitere Route
durch das lang sich ausdehnende Wadi-esch-Schech zu
wählen, so genannt nach dem Schech Nebbi Saleh, an
welchen hochgeehrtcn Heiligen der Beduine in der Nähe
seines Grabmales gern ein kurzes Gebet richtet. Zur
rechten Hand blieb uns die lange Kette des Gebel el-
Hamami, zur linken der vielfach gespaltene und geglie-
dcrte Gebel Muferra. Nur dürres Wüstenkraut unter-
bricht die Einode des festen, wie mit Kiessand bestreuten
Weges. Die Spuren der Regen des vergangenen Jahres
sind in diesem Wadi ebenso wie allen anderen von uns
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