Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour les années 1878 et 1879 — 1881

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Muster, namentlich Kreuze, Punkte u. s. w. wiederkehren sehen, welohe wir aus
zahllosen Vasengem&lden und zwar vorzugsweise aus diesen kennen.

Den Grand bildet offenbar die gelbe Farbe des Gewebes, mag dièse nun reine
Natur-Farbe, oder kunstJich erzeugt sein. Darauf ist zunâchst mit Aussparung der
Figuren und der Inschriften die schwarze Farbe, auf das Innere der ausgesparten
Figuren aber sodann in der Regel die rothe Farbe so aufgetragen, dass an allen Rân-
dern der einzelnen Theile ein gelber Streifen blieb, Doch sind einzelne innere Theile
auch mit schwarzer Farbe dargestellt, an anderen ist die rothe Farbe ganz wegge-
lassen, oder es finden sich auch einzelne Theile, wie die Fliigel der Eule, ganz mit
rother Farbe dargestellt, wâhrend nur einzelne gelbe Punkte ausgespart sind. An
eine Anwendung von Schablonen, die man ja Anfangs auch bei den Vasengeniâlden
voraussetzte, wird Niemand im Ernst denken, da weder eine darauf hinweisende
Spur zu entdecken, noch ein Nutzen derselben zu erkennen sein wûrde.

Zuerst also wurde das ganze Gewebe in einzelne Streifen von gleicher Lange
zerschnitten, welche die voile Breite des Gewebes selbst bewahrten, deren Lange
selbst jedoch sich nicht weiter bestimmen lâsst, und nachdem dièse an ihren Lang-
seiten an einander genâht waren, wurde die auf dièse Weise gewonnene Decke so
ausgespannt, dass sie bernait werden konnte. Die Malerei aber hielt sich im Wesent-
lichen an eben die schon durch das Gewebe gebildeten Streifen und ûberschritt
dièse nur hier und da in ganz unbedeutendem Grade. Sie bestand daher selbst aus
Streifen von derselben Breite, wie das Gewebe, und ordnete dièse so an, dass stets
unterhalb jedes Streifens, welcher der Sage entnommene Scenen darstellte, ein
anderer Streifen folgte, welcher mit einfacheren Ornamenten anderer Art gefûllt
war. Nur das kann nicht mehr genau bestimmt werden, wie viele Streifen beider
Arten vorhanden und wie lang dieselben waren.

An jedem der mit Scenen der Sage verzierten Streifen sind zwei Borten, die eine
oberhalb, die andere unterhalb, angebracht und beide stimmen stets in ihrem Muster
iïberein. An den verschiedenen Streifen jedoch sind auch die Muster dieser Borten
verschieden, so dass sich noch sechs verschiedene Muster und mithin auch wenig-
stens sechs verschiedene mit Scenen der Sage bemalte Streifen unterscheiden lassen.
Die Streifen hingegen, welche nicht mit handelnden Personen, sondera mit Orna-
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