Curtius, Ernst [Hrsg.]; Kaupert, Johann A. [Hrsg.]
Karten von Attika (Heft I): Erläuternder Text: Athen und Peiraieus — Berlin, 1881

Seite: 10
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Die Befestigungen der Hafenstadt Athens.

Es wird mehrfach bezeugt*), dass das was wir jetzt Piraeus nennen, also die ganze Hafenstadt
eine Insel gewesen sei, und die von mir gemachte Aufnahme lässt dies als sehr wahrscheinlich erscheinen.
Die Insel ist im Laufe der Zeit durch die Anschwemmungen der vom Daphni-Gebirge herunterkommenden
Bäche und die Ablagerungen des Kephisos mit dem Festlande verbunden worden.

Eine Hebung des Landes anzunehmen, wie wohl vorgeschlagen ist, finde ich keinen Beweis, im
Gegentheil weisen die an den Hafenbauten gemachten Beobachtungen darauf hin, dass das Land sich
nicht bewegt hat.

Die Verbindung zwischen dem Festlande und den Felsen, welche die Insel bildeten, wird durch
eine Niederung hergestellt, deren fetter Boden noch heutzutage bei Regenwetter schwer, an vielen Stellen
gar nicht zu passiren ist. Zur Zeit der Erbauung der langen Mauern war der Boden noch so sumpfig,
dass diese versanken, und der Sumpf durch vielen Kies und schwere Steine niedergedrückt werden
musste, um eine sichere Grundlage zu gewinnen. Der höchste Punkt dieser Verbindung liegt nur 2,5 m
über dem Meeresspiegel, und diese Höhe selbst erreicht nur ein schmaler Streifen, welcher auf der
untenstehenden Zeichnung schwarz angegeben ist.

. Diese niedrige Verbindung der Insel mit dem

Festlande hatte die BezeichnungaUnsdoverhalten**).
Als Athen Seemacht wurde, musste man einen
Platz haben, wo eine Kriegsflotte gesichert liegen
und ausgerüstet werden, wo die Handelsflotte, ohne
von Piraten und feindlichen Nachbarn beunruhigt zu
werden, löschen und laden konnte. Durch einen
solchen Platz, welcher die Unverletzbarkeit der
Ausrüstungsdepots gewährleistete, verschaffte man
sich gleichzeitig ein grofses politisches Ueber-
gewicht.

Die Nähe des feindlichen Aegina, von welchem
man jeder Stunde eines Ueberfalls gewärtig sein
konnte, allein, machte eine solche Sicherung nöthig.
Das Schicksal hat diesem Bedürfniss vor-
gesehen, und die Insel in gesicherte Verbindung
mit dem Festlande gebracht. Die ursprüngliche
Meerenge war zum Hafen geworden.
Themistokles blieb es vorbehalten den Werth der drei Häfen zu erkennen, er veranlasste die
Athener vom Phaleron dorthin überzusiedeln.

*) Strabo I p. 58- iöv jf IliiQtuti, wjff»aCo«a nQortQov xal iiiouv zijs cixrrjg xtlfiivov oviut tftiaiv ivofiaa9ijvca.

Suid. "EflßttQOS: r^V TlQOTiQOP o JIhqcuivs 1'fJGOS. —

Hin. h. n. II 85,201 nascuntur enim — (terrae) recessu maris .... quod accidisse — et in portu Atheniensium quinque milium
passuum intervallo ad Piraeum memoratur.

**) Harpokrat. u. d. W. äkinsdov.

tan elf xai xotvüis Jonas o? miha fiiv yv Salaocti, avfrK dt ntdiov iyivtro.
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