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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0524

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Wie

- 511 -

Wil

WIEPRECHTSHAUSEN. Hannover Kr. Northeim.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Erste Nennung 1240. Ungefähr
dieses ist die Bauzeit. Querschifflose Gwb. Basl. in gebundenem
System, 3 Doppeljoclie. Die Raumverhältnisse sehr gedrungen.
3 parallele '/skr. Apsiden. Das Lhs. in 3 Quadr. Arkk. spitzbg.,
je 2 von rundbg. Blende zusammengefaßt. Teilungssll. sehr kurz
und stämmig, Blatt- und Rankenwerk der Kapü. in spätestrom.
Fassung. Gwb. spitzbg., rippenlos, mit sehr starkem, aber geradem
Stich. Eigentümliches bietet der WBau. Zwischen 2 Treppen-
aufgängen (an Türme nicht gedacht!) eine nach außen mit großem
Spitzbg. geöffnete, in der Tonne überwölbte Vorhalle. An ihrer
Innenwand ein reiches Sl.Portal, während sonst der ganze Bau sehr
einfach in Bruchstein behandelt ist. Im l.Joch des Llis. Nonnen-
empore; sie erstreckt sich nach W bis über das Paradies. — Inter-
essant die an der SEcke des Chors angebrachte Kanzel aus der
Erbauungszeit. — In einem Kapellenanbau (N) das ansehnliche
Grabmal des Herzogs Otto des Quaden f 1394.

WIETZEN. Hannover Kr. Nienburg.
Kirche. Das lsch. flachgedeckte Lhs. rom. Sandsteinquaderbau.
Bmkw. durch eine, für diese Gegend ganz ungewöhnliche Außeti-
architektur. Die Fenster sind nämlich in eine zierliche Arkatur ein-
geschlossen; unterhalb ihres Fußgesimses ist die Wand glatt, im
N und S große (jetzt verunstaltete) Portale. Der massige WTurm
wahrscheinlich älter, ohne Außentür. Ehedem schloß sich nach O
ein kleiner quadr. Chor mit Apsis an (1830 durch ein großes
Qsch. ersetzt). — Eigenartiger, derb wirkungsvoll dekorierter Tauf-
stein, frgot. mit rom. Erinnerungen.

WILDESHAUSEN. Oldenbg. Amtsstadt.
Ehem. Klst-K. S. Alexander, gegr. 872. Für die jetzige K. keine
Nachrichten, als die, daß 1214 und 1219 die Türme eingestürzt,
1224 für sie ein neuer Grundstein gelegt sei. Der WBau unter-
scheidet sich von der übrigen in Backstein ausgeführten K. durch
die Verblendung mit großen Granitplatten. Der Gr. der K. gleicht
dem des Doms von Osnabrück, die Bauformen mehr als dort im
Romanischen befangen. Demnach Hauptbauzeit vermutungsweise
1225—50. — Regelmäßige Kreuzaiilage mit plattem Chorschluß, im
Lhs. gebundenes System in 3 etwas unterquadr. Doppeljochen.
Ganze innere L. 50 m. Schlichte rundbg. Arkk., Pfll. gestreckt
rck., unter dem Gwb. Kämpfer mit abgetreppten Vorlagen. Niedrige
Querschnittsproportion. Der Kämpfer liegt auf halber I löhe, zu-
sammenfallend mit dem als Bg.Fries gestalteten Gurtgesims. Die
Schildmauer kragt vor (!), sie ist 14 cm stärker. Die kugeligen
Gwbb. mit spitzbg. Randlinien, Rippen mit Rundprofil, Gurten
eckig. Dienstkapt. aus Sandstein. In der Schildwand nur 1 Fenster.
 
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