Dieffenbacher, Julius
Lambert von Hersfeld als Historiograph: ein Beitrag zu seiner Kritik — Heidelberg, 1890

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<Ue vielen Arbeiten, die über Lambert von Hersfeld
erschienen sind, erheischen von selbst eine Rechtfertigung meiner
eigenen; der Untersuchung müssen die Erwägungen vorangestellt
werden, die dieselbe veranlaßten.
Viel ist über Lambert geschrieben worden, große Namen wie
Rankest und Giese brecht st finden sich unter den Autoren, die
ihn einer Kritik unterzogen; aber trotzdem ist ein einhelliges und
abschließendes Urteil noch nicht erzielt worden.
Als Delbrücks st einschneidende Untersuchung veröffentlicht
worden war, hatte es den Anschein, als sei das letzte Wort über
unseren Autor gesprochen; aber bald fand sich ein Ehrenretter in
Karl Qnernerst, der fast allen Vorwürfen der Parteilichkeit
und Fälschung von selten Flotosst, Giesebrechts und Del-
brücks entgegentrat, ähnlich wie Lesart Hst dies den Anschuldig-
ungen Rankes gegenüber gethan hatte. Aber damit war es noch
nicht genug; selbst Delbrück schien einigen nicht weit genug ge-
gangen zn sein. Noch eine Reihe von Arbeiten wurden veröffent-
licht, die sich teils ausschließlich mit Lambert beschäftigen, teils die
Streitfragen, die sich an ihn knüpfen, je nach der gestellten Auf-

') Ranke: Zur Kritik fränkisch-deutscher Reichsanalsn.f S. W. Bd. 51/52.
2) Giesebrecht: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Dessen Anmerk-
ungen im dritten Bande eine fortgesetzte Kritik Lamberts geben.
Delbrück: Über die Glaubwürdigkeit Lamberts von Hersfeld. Bonn.
Dissertation. 1878.
4) Querner: Zur Frage nach der Glaubwürdigkeit Lamberts v. Hers-
feld. Berner Diss. 1877.
°) Floto: Kaiser Heinrich IV. und sein Zeitalter. 2 Bd. 1854—56.
°) Lefar th: Lambert v. Hersf., ein Beitrag zu seiner Kritik. Diss. 1871.
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