Frimmel, Theodor von
Geschichte der Wiener Gemäldesammlungen (Band 1): Buchstabe A bis F — München, 1913

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hout, G. Hoet, Pasqaalino da Vicenza, Brouwer ec.“ (Nach F. H.
Böckh: „Wiens lebende Schriftsteller“ 1821, S. 3oo.) Der er-
wähnte Dürer ist die Madonna mit der Schwertlilie, angeblich
das umstrittene Bild im Rudolfinum zu Prag. Wenn der Prager
Katalog das Jahr 1800 als das der Einreihung angibt, so ist zu
bedenken, dass bis 1835 die Galerie Patriotischer Kunstfreunde
nur ausgeliehene Bilder enthielt. Thausings: Dürer (1. Aufl.
S. 291) nennt als Herkunft die Sammlung Felsenberg, doch kann
ich nicht verschweigen, dass die Beschreibung des Felsenberg-
Diirers bei Heller (Dürer II. 1. 260) nicht ganz zu dem Bilde in
Prag passt. Heller sagt u. a. „Oben Gottvater“. Das Bild in Prag
hat freilich sehr gelitten, und ein ehemals vorhandener Gottvater
kann weggeputzt worden sein. (Andere, wohl spätere Exemplare
im Stift Wilhering in Oberösterreicb und hei Herbert Cook in
England.)

Der Andrea del Sarto: Madonna mit zwei Engelchen, welche
Vorhänge halten, ist von John für das Taschenbuch „Aglaia“
von 1822 gestochen mit Hinweis auf die Sammlung des k. k. Hof-
zeichenmeisters G. J. Felsenberg in Wien.

Felsenberg hat noch einige Jahre lang nach 1821 weiter ge-
sammelt. Er kaufte etwas 1827 bei der Wiener Versteigerung Ba-
ranowski (siehe Artikel Baranowski). Wohl mit Recht wird in
„Wien, wie es ist“ 1833 (von Bormann) die Galerie noch ange-
führt, obwohl 1828 eine Auktion Felsenberg abgehalten worden
war. Der Katalog jener Versteigerung nennt keinen Namen, und
König notiert darauf, jedenfalls zum Teil unrichtig, „erste Poli-
zeirath Felsenbergsche Sammlung“. Im Exemplar der Wiener
Akademie steht vermerkt, ebenfalls durch König: „Polizeirath
Felsenbergs erste Sammlung durch Grünling — sehr selten“.
Sicher hat König den in Altwien berühmten Polizeirat Felsen-
thal mit dem Zeichenmeister Fehenbei'g verwechselt. Der Hin-
weis auf eine „erste“ Versteigerung dürfte richtig sein.

Der Zeichenlehrer Felsenberg besass auch mehrere Werke von
Kranach, die „nach S. Bermanns brieflichen Mitteilungen“ 1822
bei Heller: Cranach (II. Aufl. S. iozj) folgendermassen aufgezählt
werden: „Maria mit dem Kinde“ — „Maria mit dem Kinde, mit
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