Furtwängler, Adolf
Beschreibung der Vasensammlung im Antiquarium (Band 1) — Berlin, 1885

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Korinthische Pinakcs. 4-

342. (5721. H. 0,095. U. o,r6. Nola, S. Koll. Intakt.

Desgl.

343. >573!. H. 0,095. Nola, S. Koll.
Desgl.; überdies mit roten Tupfen.

344. H. 0,085.

Ganz schwarz gerirnisst; an der Schulter und unten Stab-
ornament, dazwischen Schuppen, graviert, teilweise rot aus-
gefüllt (Rot abgerieben). Sorgfaltig.

345. 12496'. H. 0,105. Smvrna, 1873.
Desgl.: rote Punkte in den Schuppen.

346. (1671). H. 0,11. S. Koll.

Desgl.: mit dem aufgesetzten Rot wechselt Gelb weiss.

IX. Altkorinthische Gattung.

1. Votivtäfelchen (Pinakes).

Grosser Fund von Thontäfelchen, der im Frühjahr 1879 bei Pente-
Skuphia, c. ^ Stunde sw. von Akrokorinth gemacht wurde; ein Jahr
später ward die Fundstelle von A. Milchhöfer untersucht; danach fanden
sich die Stücke eng aufgehäuft in einem kleinen Umkreise am Abhänge
eines tiefen Qtvfiu'* keinerlei architektonische Reste waren vor-
handen, weder an der Stelle selbst noch in der Nähe. Mit den Pinakes-
scherben waren nur ganz verschwindend wenige Vasenscherben oder
andere Altertümer vermischt. Da die Stücke fast alle schon zerbrochen
aufgefunden wurden und da von der grossen Menge von Scherben
doch relativ wenige sich zu ganzen Stücken zusammenfügen Hessen,
so ist zu vermuten dass der Fund ein schon im Altertum zusammen-
geworfener Haufen als alt und wertlos beseitigter Votivgegenstände
eines Haines des Poseidon ist.*) An vielen Stücken habe ich fest an-
haftende Kohlenreste bemerkt. — Die Täfelchen sind teils nur auf der
einen, teils auf beiden Seiten bemalt; sie waren zum Aufhängen (wohl
an den Bäumen des Haines) bestimmt und sind zu dem Zwecke
meistens mit runden Löchern (zum Durchziehen einer Schnur) versehen;
meist befinden sich die Löcher oben in der Mitte oder in den beiden
obern Ecken, selten waren alle vier Ecken oder nur eine untere Ecke
durchlöchert. Eigentümlich ist dass die Darstellungen der auf beiden
Seiten bemalten Stücke seltener in der gleichen, meist in verschiedener
Weise orientiert sind, indem einerseits die schmale, andererseits die lange
Seite die obere ist; die Löcher befinden sich dann nur für eine (die
Hauptj-Seite oben; selten ist es dass die Löcher für beide Seiten nicht
oben, sondern an der Nebenseite sich befinden (885). — Stilistisch und
technisch lassen sich mehrere Haupt-Gruppen scheiden, ohne dass

*) Vgl. z. B. die Terracotten von Capua die meist aus solchen
sog. favissae stammen (Beloch, Campanien S. 358), Funde von Olympia u. A.
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