George, Stefan; Lechter, Melchior [Editor]
Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod mit einem Vorspiel: 1900 — [Berlin]: Blaetter fuer die Kunst, 1899

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'ch forschte bleichen eifers nach dem horte
{Nach strofen drinnen tiefste kümmerniss
[Und dinge rollten dumpf und ungewiss
}Da trat ein nackter engel durch die pforte:




ntgegen trug er dem versenkten sinn
Der reichsten blumen last und nicht geringer
Als mandelblüten waren seine Rnger
Und rosen . rosen waren um sein kinn.
uf seinem haupte keine kröne ragte
Und seine stimme fast der meinen glich:
Das sch&ne leben sendet mich an dich
Als boten: während er dies lächelnd sagte
ntfielen ihm die lilien und mimosen -
Und als ich sie zu heben mich gebückt
Da kniet auch Er . ich badete beglückt
Mein ganzes antlitz in den frischen rosen.






ieb mir den grossen feierlichen hauch
Gieb jene glut mir wieder die verjünge
Mit denen einst der kindheit flügelschwünge
Sich hoben zu dem frühsten Opferrauch.
ch mag nicht atmen als in deinem duft
Verschliess mich ganz in deinem heiligtume
Von deinem reichen tisch nur eine krume!
So fleh ich heut aus meiner dunklen kluft.
nd Er: was jezt mein ohr so stürmisch trifft
Sind wünsche die sich unentwirrbar streiten.
Gewährung eurer vielen kostbarkeiten
Ist nicht mein amt. und meine ehrengift
ird nicht im zwang errungen . dies erkenn!
Ich aber bog den arm an seinen knieen
Und aller wachen Sehnsucht stimmen schrieen:
Ich lasse nicht. du segnetest mich denn.
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