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Der Truppensolcl der Kaiserzeit

Von

A. von Uoniaszewski.

Dem Solde des Legionärs der Kaiserzeit liegt als Rechnungseinheit
ein Stipendium zu Grunde, dessen genauen Betrag wir aus der Sold-
erhöhung Domitians kennen lernen.

Sueton Domit. 7 addidit et quartum Stipendium militi, aureos ternos.

Zonaras 11, 19 (= Cassius Dio ed. Boiss. 3 p. 168): xat zolq ozpa-
zicuzacq £Ttrj6grjaa ztjv fuodoipopdv, zd.ya du) zrjv v'txrjv ttsvzs ydp xai
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Demnach fand Domitian einen Jahressold der Legionäre vor, der in drei
Katen bezahlt wurde. Jede dieser drei Raten betrug 75 Denare = 3 aurei
und ein solcher Betrag führte den Namen Stipendium. Der Jahressold
bestand aus drei stipendia und hatte die Höhe von 225 Denaren.

Dass dieser Jahressold von 225 Denaren oder drei stipendia zu
75 Denaren durch Augustus festgesetzt wurde, wissen wir aus Tacitus’
Erzählung über die Revolten, welche nach Augustus’ Tode in Pannonien
und Germanien ausbrachen. Änn. 1, 17 denis in diem assibus animam et
corpus aestimari; hinc vestem, arma, tentoria, hinc saevitiam centurionum
et vacationes munerum redimi. — nec aliud levamentum, quam si certis
sub legibus militia iniretur, ut singulos denarios mererent. Da die Soldaten
eine Steigerung des Tagessoldes von 10 Assen auf einen Denar fordern,
so liegt der Rechnung der Münzfuss zu Grunde, nach welchem der Denar
in 16 Asse geteilt wird. Ein Tagessold von 10 Assen giebt als Jahres-
sold 3650 Asse, während der wirkliche Jahressold 3600 Asse oder
225-Denare betrug. Der geringfügige Überschuss von 50 Assen ist
natürlich nur durch die runde Summe von 10 Assen veranlasst und
zwingt durchaus nicht ein Rechnungsjahr von 360 Tagen anzunehmen.
Demnach erhielten die Legionäre am Ende der Regierung des Kaisers
Augustus drei stipendia von 75 Denaren als Jahressold.
 
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