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Warburg, Aby Moritz ; Boll, Franz [Recp.]
Brief von Aby Moritz Warburg an Franz Boll — Hamburg, 15.9.1916

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Prof. Dß A. Warburg

Hamburg 20,den .15....Sept. 191 6
114 HEILWIGSTRASSE
TELEPHON VI, 3340.

Lieber Freund!

bringen
Ich habe Ihnen noch sür einen langen, sehr zweckdienlichen
•^rief über D. zu danken. Das wäre allerdings^^schehen, wenn ich

Ich lege Ihnen eine Photographie aus Bad». 76 bei, die Ihre
Ansicht, dass das Centaurenweibehen lange Haare trägt, bestätigt.
Wo hat sich denn Hauber dagegen geäussert? Er wird in nächster Zeit
seine Arbeit über die höchst merkwürdige Tübinger astrologische Hand-
schrist abschliessen und dadürch sicherlich wertvolles Material bei-


mehr Spannkraft aufzubringen hätte; als meine augenblicklichen

psychischen Vermögensverhältnisse erlauben. Immerhin bekomme ich
mich jetzt doch,so weites die Tagesberichte zulassen s^ie^Vor arbeiten

aufzunehmen sür eine Seihe von, Vorträgen, die ich für das kultugge-
schichtliche Institut für Götzxfür Ende nächsten Wintere zugesagt har-

be. Ich gehe wieder an den Picatrix heran. Prns. Mittwoch hat mir

versprochen, den Magriti zu übersetzen, kam dies aber nur langsam

machen, da er im Kriegspresseamt gründlichst verwandt wird. Mir
siel zufällig Bardesan^s in die Hand; Sie haben ihn doch gewiss

schon als Quelle für astrologische Geographie ausgenutzt? Wenn ich
nur auf eine der pseudo—hypokratischen Schriften kömmen könnte, die
ein Handbuch der angewandten Kosmologie dars telltw/Können Sie mir
b <
da garnicht helsen? Saxl war neulich mit Frau hier, um seine Hans-
habe endgültig nach Wien zu überführen. Er war eigentlich in guter

geistiger Verfassung, viel ruhiger als in der ersten Zeit des Kriege«

Oesterreich kann ihn gut gebrauchen, wenn es nach dem ^riege geschieis/“
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