Hugo Helbing <München> [Editor]
Nachlaß des verstorbenen Herrn Kunstmalers Joseph Hahn, München - eigene Arbeiten - Ölgemälde, Aquarelle und Handzeichnungen -, sowie Ölgemälde moderner Meister aus dem Nachlasse eines Wiener Sammlers und aus anderem Besitz: Montag den 15. November 1909 — München, 1909

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Joseph Hahn.

Am 15. Dezember 1839 als Sohn eines Münchener Fabrikanten
geboren, besuchte Hahn das Gymnasium in Scheyern und dann die
Akademie seiner Vaterstadt, wo er zunächst unter Thäter, öann unter
Adolf Stademann seine künstlerische Begabung ausbildete; beide
Meister haben einen unverkennbaren, bleibenden Einfluß auf ihn
geübt, namentlich Stademanns Auffassung der Natur und seine
spezielle Betrachtung der oberbayerischen Landschaft wurden der
Ausgangspunkt des künstlerischen Schaffens unseres Meisters.

Wie der vorliegende Katalog zeigt, galt der große Fleiß
Hahns fast ausschließlich der Schilderung der eigenartigen Schön-
heit der oberbayerischen Landschaft, die er in ihren verschiedensten
Charakteren, im Moos, wie an den Seen, in den Gebirgsstädtchen
mit ihren reizenden bodenständigen Architekturen, wie in der Berg-
und Gletscherwelt immer und immer wieder zum Vorwurf nahm,
und die er in vielen Fällen seh? glücklich zu interpretieren wußte.

Das stille, fleißige Schaffen hat mancherlei Anerkennung ge-
funden; die schönste lag ihm wohl im Verkaufe seiner Werke,
namentlich England wußte sie zu schätzen, so erhielt er 1876 in
London die goldene Medaille der großen Ausstellung. Auch in
Deutschland waren Hahns Arbeiten beliebt, das zeigte z. B. die
Ausstellung seines Nachlasses im Münchner Kunstverein, die bei
Publikum und Kritik gleich günstige Aufnahme fand und einen vollen
Erfolg darstellte.

Am 22. Mai 1906 ist Hahn fünfmonatlichem schweren Leiden
erlegen.

Der Jahresbericht des Münchner Kunstvereins sagt in seinem
Nekrolog:

„Mit Hahn ging wieder einer jener echten und stillen
Künstler dahin, die durch tiefen Schaffensernst und niemals
selbzufriedenes Begnügen nicht zuletzt den Ruhm Münchens
begründen und festigen halfen".
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