Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

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1. ASSENHEIM

TADT, gegenüber dem Einfluss der Wetter in die Nidda gelegen und
an drei Seiten von letzterer umflossen, in früheren Jahrhunderten auch
genannt, kommt urkundlich zuerst im Jahre 1193 vor,*)
wo Cuno von Münzenberg von der Abtei Fulda Güter und Colonen zu
Assenheim kaufte. Früher zur Herrschaft der Münzenberger gehörig, war es 1268
ein befestigter und mit Rittern und Burgmannen besetzter Ort der Falkensteiner; ^)
1273 wird es zuerst als Stadt erwähnt.Auch wird bald nachher in einer Urkunde
Wernhers von Falkenstein aus dem Jahre 1294 ausser der Stadt und der durch
eine Mauer mit ihr zusammenhängenden Mühle die Burg Assenheim als Münzen-
bergisches Eigenthum erwähnt A) Nachdem von den Erben der Münzenberger die
Weinsberger und Pappenheimer ihren Antheil von Assenheim den Falkensteiner
Herren abgetreten hatten, °), wurde die Stadt gemeinschaftliches Eigenthum dieser
und der Hanauer Herren im Verhältniss von ^^6 und */eA) Der erstere Antheil
fiel 1420 aus der Falkensteinischen Erbschaft an die verwitwete Gräfin Anna von
Sayn und Diether von Isenburg-Büdingen; bei einer 1433 erfolgten Theilung blieb
der Ort diesen Herrschaften gemeinschaftlich.?) Nachdem im Jahre 1438 nach
vorausgegangener Verpfändung Assenheim, Niederwöllstadt und andere Orte in
den Besitz von Frank von Cronberg übergegangen waren, s) finden wir später
neben den Isenburgern die Solmser Herren als Besitzer vor. Das Haus Solms-
Rödelheim und Isenburg-Wächtersbach besitzen jetzt je 5/12 der Güter, während
die hanauischen 2/12, die nach dem Erlöschen der Hanauer an Hessen-Kassel ge-
fallen waren, i8to an das Grossherzogthum Hessen übergingen. Nach Auflösung
des deutschen Reichsverbands und in Folge der Wiener Kongressakte wurden alle
Besitzungen unter hessischer Hoheit vereinigt. **)
Kirchlich gehörte Assenheim dem Archidiakonat von St. Maria zu den Greden
in Mainz an. Das Prämonstratenser Kloster Ilbenstadt übte die Patronatsrechte
7) Ebds. S. 7g. 8) Ebds. S. 78. 9) Arch. Bd. 111. B. XI. S. 16.
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