Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

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BUTZBACH

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Durchschneidungen des Bogenfeldes gleichfalls den spätgothischen Ursprung des
Baues an. In der Südmauer sind zwei schlichte Portale angebracht, ein spitz-
bogiges und ein rundbogiges, letzteres mit der Jahreszahl 1617.
Zur Oberkirche gelangt man heute auf einer vor der Westseite gelegenen
und ein Fenster verdeckenden Treppe. Ein spätgothisches Portal mit geradem Sturz
und Bogen in den Ecken, mit gekehlten Wandungen aus Basalt führt in das Innere,
welches in der Nord- und Südmauer schlichte eintheilige Maasswerkfenster aus


porösem Basalt hat. Ein zweitheiliges Maaswerkfenster behndet sich in der West-
mauer. In der Ostmauer behndet sich jetzt eine flache, mit einem Rundbogen
überdeckte Nische, welche ehemals die Oeffnung des kleinen Chores bildete, der
auf einer noch vorhandenen Konsole ruhte und dessen Dach von den gleichfalls
noch vorhandenen Kragsteinen getragen wurde. Rechts von dieser Nische ist die
Piscina noch vorhanden, links die Nische eines Tabernakels. An der Wand sind
neben der Chornische noch Spuren von Freskomalereien sichtbar, rechts Kopf,
Flügel und Schwert des hl. Michael, links in besserer Erhaltung die stehende
Figur der hl. Katharina mit Schwert und Rad, Heiligenschein und Krone. Der
noch ziemlich gut erhaltene schöne Kopf der letztem, offenbar eine spätgothische Arbeit,
lässt sehr bedauern, dass die Erhaltung keine bessere ist.
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