Adamy, Rudolf
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg — Darmstadt, 1895

Page: 194
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KREIS FRIEDBERG


In der Ost- und Südmauer ist je eine Nische angebracht, von denen die
erstere mit profilirtem Halbkreisbogen, die andere mit prohlirtem Stichbogen über-
deckt ist. Zwei rechteckige, sich nach hinten verjüngende und direkt unter der
ehemaligen Decke angebrachte Oehnungen der Südmauer erstreckten sich durch
die ganze Mauerstärke; sie dienten wahrscheinlich als Schiessschartcn. Reste der
ehemaligen Verschalung ihrer Wandungen aus Eichenbord sind noch vorhanden.


Dass jene Fensteröffnungen von vorn herein nicht für Verglasung eingerichtet
waren, ist anzunehmen, obwohl sich an den Fensterwandungen eben dieses Stock-
werkes Föcher für eine ehemalige Vergitterung befinden. Fetztere entstammen
zweifellos einer späteren Zeit; die Erbauer werden es schwerlich über sich haben
gewinnen können, diese verunstaltenden und zerstörenden Föcher in die edelsten
Glieder ihres Baues einzuhauen; überdies zeigen auch die Fensteröffnungen des
dritten Stockes diese Vorkehrungen nicht.
Der Zugang zum dritten Stockwerke des östlichen Palastheiles erfolgte gleich-
falls von der Hofseite durch eine Thüröffnung, deren piohlirtes Gewände nur noch
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