Koenigsberger, Leo; Jacobi, Carl Gustav Jacob [Gefeierte Pers.]
Carl Gustav Jacob Jacobi: Festschrift zur Feier der 100. Wiederkehr seines Geburtstages — Leipzig, 1904

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Carl Gustav Jacob Jacobis Jugendjahre.
1804—1821.

Carl Gustav Jacob Jacobi wurde zu Potsdam am
10. Dezember 1804 als zweiter Sohn des Baukiers Simon
Jacobi und dessen Frau geboren, aus deren Ehe noch zwei
Söhne, Moritz und Eduard, sowie eine Tochter Therese
entsprossen. Nachdem der geistig ungewöhnlich regsame
Knabe die erste Unterweisung in den alten Sprachen und
den Elementen der Mathematik von seinem mütterlichen
Oheim Lehmann, „unicus et carissimus praeceptor", wie er
ihn später nannte, erhalten, trat er im November 1816,
noch nicht 12 Jahre alt, in die zweite Klasse des Potsdamer
Gymnasiums ein, welches erst im folgenden Jahre durch Hin-
zufügung zweier Klassen und durch Verdopplung der Zahl
der ordentlichen Lehrer zu einem wirklichen Gymnasium
umgestaltet wurde; nach einem halben Jahre schon wurde
er in die erste Klasse aufgenommen, in der er jedoch seines
jugendlichen Alters wegen 4 Jahre verbleiben mußte, um
nicht vor zurückgelegtem 16. Jahre der Universität zugeführt
zu werden.

Der Unterricht in den alten Sprachen und der Ge-
schichte war, wie damals an den meisten Gymnasien Preußens,
nach der staatlichen und geistigen Erhebung des Volkes ein
vorzüglicher, von Begeisterung und sittlichem Ernst ge-
tragen pflanzte er der Jugend unauslöschliche ideale An-
schauungen ein; an führender und leitender Stelle standen

Koenigßberger, Jacobi-Biographie. 1
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