Morgenblatt für gebildete Stände / Kunstblatt — 29.1848

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Penelope Smith) sind interessante Bilder. Am gelungensten ist der ;
landschaftliche Thcil, der eine Reihe wohlgcwählter Ansichten (größten-
theils nach Allom's Zeichnungen) enthält: die place eie la Con-
corde in Paris, die Kirche der Tempelherren in Luz (Pyrenäen),
der reizende Badeort CanteretS, ebendaselbst, der Brunnen von El,
Maclon in Nonen, das malerische Benediktinerklostcr in Subiaco,
die Kathedrale von Tours (Jnneransicht), Cormayor im Thale von
Aosta, die Kathedrale vou Lyon (Jnneransicht, von CH all iS vortreff-
lich gestochen), das Rathhaus in BonrgeS, die Kapelle in Drenr
mit dcu Grabdenkmalen der Orleansschen Familie, und eine Ansicht
eines Hauses in Pompeji, »ach einer Zeichnung von WolffenS-
berger, der auch die zu dem Kloster von Subiaco geliefert hat,

Itook of beauty und Keepsake. Beide haben schon seit eini-
gen Jahren dieselbe Herausgeberin, die Gräfin v. Bleffingtvn, den-
selben künstlerischen Anwalt .und Besorger, Chs. Heath, und den- !
selben Verleger, Dav. Vogue, Das Book of beauty hat, als Titel-
kupfer , abermals ein Bild der Königin Victoria; es ist vou Sir
Wm, Ross gemalt und von Bacon gestochen. Vortrefflich ist der
das Titelblatt verzierende Holzschnitt, eine Landschaft, von Wil-
liams nach Warren, Das Book of beauty, das zugleich den Titel
einer Royal gallery führt, gibt eine neue Reihe von Porträten bri-
tischer Königinnen, von der Jsabella von Angoulemc, der Gemahlin
König Johanns, bis zur Königin Anna, der Gemahlin Jakobs I,
lieber die Authcnticität der Originale ist nichts gesagt, soviel aber
gewiß, daß sic größtenthcils vortrefflich gestochen sind, — Das
Keepsake ist in künstlerischer Hinsicht mannigfaltiger auSgestattct,
als das Book of beauty. Ein schönes Porträt der Lady Constanze
Gower, nach Büchner von Motc gestochen, erinnert in der Stel-
lung an mehrere niederländische Genrebilder; der gegcnüberstchende
Holzschnitt von Williams ist ein Meisterblatt. Unter den übrigen
Porträten nennen wir die der Lady Georgine Codrington, der MrS.
Mäher und der Lady LaScelleS; Madelinc, nach Fisher von Motc
gestochen, ist eine sehr liebliche Phantasie, Unter den landschaftlichen
und architektonischen Ansichten sind die deS boulcvard du temple
und der place de la Concorde in Paris, sowie das Einlaufen eines
Dampfboote« in den Hafen von Folkestonc, bei einem Sturme, mit
englischer Zierlichkeit gestochen.

Literatur.

Jena. Göttling; Verzeichniß des archäologischen Museums
zu Jena, Zweite vermehrte Auflage.

C, B, Stark; I)e Tellure Dea deque ejus imagine a Ma-
nuele Phile descripta.

London. I. N- Akerman; Tradesmens tokens (Mnnzzcicheu,
Nothmünze», der Kauflente) slnick in London and its vicinity
front the year 1648 to 1672 incl.; nach den Originalen im bri-
tischen Museum.

Nekrolog.

Koblenz. Hier ist der Baumeister I, C, v, Lassaulr, 67
Jahre alt, gestorben.

Zürich. Am 22. Oktober starb dahier in seiner Vaterstadt
nach mchrwöchcntlichcr Krankheit der Architekturmalcr Wilhelm
M e y e r,

London. Der kürzlich erfolgte Tod des Grafen v. CarliSIe
hat den englische» Adel einer seiner größten Zierden beraubt. Er
starb, nachdem er, seiner Kränklichkeit halber, sich schon seit 12,bis
13 Jahren von London zurückgezogen hatte, auf seinem prachtvollen !
Landsitze Castle Howard, unweit Dorf (von welchem Waagen in
seinem Werke über England Bd. 2. S. 106 bis 418 eine umständ-
liche Beschreibung gibt). Die herrliche Bildersammlung des Grafen,
deren Grundlage aus dem Ankäufe eines Theils der Orleansschen
Galerie entstand, bildete nur einen Theil der Knnstschätze, welche
Castle Howard enthält; ebenso bedeutend sind auch die Antiken,
namentlich die Terracotten und Skulpturen.

Nachrichten vom November.

Persönliches.

Die Archäologen Anselm Feuerbach in Frciburg im BreiS-
gau, Lobeck in Königsberg und Boissonadc in Paris sind vou !

der königl. bayerischen Akademie der Wissenschaften in München zu
auswärtigen ordentlichen Mitgliedern erwählt worden.

Dem Bildhauer Julius Hähncl aus Schmiedeberg bei
Dippoldswalde gebürtig, welcher unter der Leitung deS Professors
K iß in Berlin besonders durch Mvdellirungen nach lebenden Thierrn
des zoologischen Gartens sich ausgezeichnet hat, ist von dem Senat
der königl. Akademie der Künste zu Berlin die silberne Medaille für
Künstler mit eingestochencm Namen znerkannt und in der Senats-
sitzung am 25. November überreicht worden.

Professor Wichmann von Berlin hat in München, Maler
German Bohn aus Paris in seiner Heimath Stuttgart einen
Besuch abgcstattet.

Ausstellungen.

London. In zwei Sälen des Kensingtonpalastes ist gegenwärtig
die wcrthvolle Gemäldesammlung de« Fürsten Ludwig v. Wal Irr-
st ein zur Schau aufgestellt. Der Fürst wünscht die Sammlung in
England zu verkaufe» und Prinz Albert hat sich der Sache ange-
nommen. Daily News enthält einen ausführlichen Artikel über
die Bilder.

Paris. Vom 12. bis 19. November fand hier im Münzgebäude
die Ausstellung von 22 Stempeln statt, welche um den Preis für
die Nationalmedaille zur Verherrlichung der Revolution dieses Jahrs
konkurriren. Es waren ursprünglich 15 Stempel eingesandt, davon
aber 13 von ihren Verfertigern zurückgezogen, 18 von dem Preis-
gericht vor der Ausstellung beseitigt worden. Die anSgcstellten sind
von Marrel, Barrel, Mcrley. DcSboenfS, Bovy, Lcclcrc, Cannois,
Pingrct, Tonrnier, Alart, Bonvct, Ondinö, Vivicr, MagniadeS,
Gayrard, Nogat, Dieudonnö, Farochon, Dantzel, Barre, Domart
und Vauthier-Galle.

Stuttgart.

Einladung

des rheinischen Kunstvereins
zu der Kunstausstellung im Jahr 1849.

Die in dem rheinischen Gesammtvercin verbundenen Kunst-
vcreine zu Karlsruhe, Darmstadt, Frciburg, Mainz, Mannheim,
Straßbnrg und Stuttgart werden auch in dem nächstkoinmenden
Jahr 184!» ihre gewöhnliche Kunstausstellung, die dreizehnte
seit dem Bestehen des Gesammtvereins, veranstalten, und zwar
wird dieselbe

bis zum 10. Mai
5. Juni
l. Juli
27. Juli
25. August
23. September
19. Oktober

in Stuttgart,

„ Karlsruhe,
„ Frciburg,

„ Straßburg,
„ Mainz,
Darinstadt,
Mannheim,

vom 15. April
„ 11. Mai

„ 6. Juni

2. Juli
„ 28. Juli

„ 26. August

„ 24. September

stattfinden.

Alle ausgezeichnete Künstler ohne Unterschied ihres Vater-
landes werden hiernach eingeladen, ihre für diese Ausstellung
sich eignenden und bereiten Arbeiten

baldigst und wo immer möglich vor dem 1. April 1849

hierher nach Stuttgart, oder wenn dieses ausnahmsweise nicht
möglich sehn sollte, an einen der im Turnus nachfolgenden
Vereine unter Beachtung der in den Statuten des rheinischen
Kunstvereins dießsalls enthaltenen, auch in den besondern Ein-
ladungen näher ausgeführten Bestiinuinngen einzusendeu. Diese
Einladungen selbst werden in den nächsten Tagen an die verehr-
lichen Vorstände der bedeutenderen Kunstvereine mit der Bitte
um deren möglichste Verbreitung versendet, auch von dem Se-
kretariat des hiesigen Kunstvereins deil Herren Künstlern auf
Begehren abgefolgt werde».

Im Dezember 1818.

Im Namen des Rheinischen Kunstvereins:

der Kunslucrein zu Stuttgart.

Lcmpp. Der Sekretär,

Breunlin.

Unter Mitwirkung von De. Ernst Förster in München und De. Franz Kugler in Berlin, und unter Verantwortlichkeit der

I. G. Cotta'schen Buchhandlung.
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