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Cod. Pal. germ. 677

Cod. Pal. germ. 677
‘Auszug von Teutschen Landen’ u.a.
Papier • 49 Bll. • 20,8 x 15,2 • Augsburg • 1464-1467
Lagen: I1* (mit Spiegel) + 3 VI36 + (VI-1)47 + I48‘" (mit Spiegel). Bl. 1 am unteren Rand abgerissen, modern er-
gänzt, Textverlust. 24v Reste eines Reklamanten. Foliierung des 17. Jhs.: 1-47, Bll. 1*, 48* mit moderner Zäh-
lung. Wz.: zwei Varianten Ochsenkopf mit zweikonturiger Stange mit Blume (Bll. 1-38, 41-44, 47), darunter
Piccard, WZK, Nr. 69.403 (Augsburg 1464); Turm (Bll. 39-40, 45-46), Piccard, WZK, Nr. 100.588 (Augsburg
1466). Schriftraum: I. 1r—45r: 16 x 10-10,5; 21-25 Zeilen; II. 45v-47v: 16,5-17 x 13-14; 24-27 Zeilen. Bastarda von
zwei Händen: I. lr-45r (Clara Hätzler): Überschriften teilweise in Rot. Übliche Rubrizierung. Eigennamen rot
unterstrichen. lr Raum für eine Initiale über sechs Zeilen. Rote Lombarden über eine Zeile. II. 45v-47v (Sebastian
Illsung). Leichter Wurmfraß, beginnender bis starker Tintenfraß. Pergamenteinband des 18. Jhs. (römisch),
Rückentitel goldgeprägt, gestürzt: 677. Blau-rosa Kapital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 677.
Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichen- und Textbefundes, Lokalisierung nach der Schreibsprache.
45r Schreibersignatur: Clara Hätzlerin. Zu der um 1430 bis um 1476 nachweisbaren Augsburger Lohnschreibe-
rin vgl. Ingeborg Glier, in: VL2 3 (1981), Sp. 547-549; Elvira Glaser, Zum Graphiesystem der Clara Hätzlerin:
Portrait einer Lohnschreiberin in frühneuhochdeutscher Zeit, in: Arbeiten zum Frühneuhochdeutschen.
Gerhard Kettmann zum 65. Geburtstag, hrsg. von Rudolf Bentzinger (u.a.), Würzburg 1993 (Würzburger
Beiträge zur deutschen Philologie 11), S. 53-73, bes. S. 53-58 (Hs. erwähnt S. 55 Nr. 3); Karin Schneider,
Berufs- und Amateurschreiber. Zum Laien-Schreibbetrieb im spätmittelalterlichen Augsburg, in: Literarisches
Leben in Augsburg während des 15. Jahrhunderts, hrsg. von Johannes JANOTA/Werner Williams-Krapp,
Tübingen 1995 (Studia Augustana 7), S. 8-26, bes. S. 21f. Die Hs. wurde eventuell im Auftrag des Augsburger
Bürgers Sebastian Illsung hergestellt, der die beiden letzten Texte zwischen 1467 und 1469 eigenhändig eingetra-
gen hat, vgl. 46v. Zu dem Spanienreisenden und Santiagopilger Illsung (f 1469) vgl. Volker Honemann, in: VL2
4 (1983), Sp. 364f.; Franz Fuchs, Exequien für die Kaiserin Eleonore (f 1467) in Augsburg und Nürnberg, in:
Kaiser Friedrich III. (1440-1493) in seiner Zeit. Studien anläßlich des 500. Todestags am 19. August 1493/1993,
hrsg. von Paul-Joachim Heinig, Köln (u.a.) 1993 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters
12), S. 447-466, bes. S. 453, Anm. 14 (mit weiterer Lit.). Für die von Hack, s. Lit., S. 74, vermutete Fuggerpro-
venienz lassen sich in der Hs. keine Hinweise finden. Hs. der älteren Schlossbibliothek, bei der Katalogisierung
1556/59 verzeichnet: Vatikan BAV Pal. lat. 1937, 58v [Historiographi et Cosmographi H in Quarto): Kaiser
Fridriclos Bekrönunge etc. Auf Papir geschrieben (gleichlautend Pal. lat. 1941, 47v). l*r Exlibris Kurfürst Maximi-
lians I. von Bayern aus dem Jahr 1623, vgl. Kat. Heidelberg, UB 6, Abb. 39. lr alte römische Signatur: 1034. 2r
Signatur: 677 P. Die Hs. (Bl. lr—45r) war sehr wahrscheinlich direkte Vorlage des Drucks Augsburg: Johann
Otmar 1503 (VD 16, A 4.462), vgl. Hack, s. Lit., S. 20f.

Schreibsprache: schwäbisch.
Literatur: Bartsch, Nr. 310; Wilken, S. 519; Kat. HSA-BBAW, Günther Jungbluth, Oktober 1938, 8 Bll.;
Achim Thomas Hack, Ein anonymer Romzugsbericht von 1452 (Ps-Enenkel) mit den zugehörigen Personen-
listen (Teilnehmerlisten, Ritterschlagslisten, Römische Einzugsordnung), Stuttgart 2007 (ZfdA Beiheft 7), S. 73-
78 (Sigle H); Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg677.
1. lr—34r ‘AUSZUG AUS TEUTSCHEN LANDEN’ (Langfassung). >Die bekrönung
Kaiser Fridrichs<. [D]Er aller durchlüchtigist groß mächtigist vnd aller cristenlicheste Rö-
misch Küng Fridrich ... Ist vß Feütschen Lannden gezogen zu empfahen die hailigen wir-
digen Kaiserlichen Cron ... 34r raitt der Kaiser Fridrich wider zu sant Petter vnd ward da
die Kaiserlich ere erst daselbs verpracht Amen. Text (mit dieser Hs., Sigle H): Hack, s.
Lit., S. 81-98. Zum Text vgl. Achim Thomas Hack, in: VL2 11 (2004), Sp. 190-193 (Hs.
erwähnt). - l*v leer.

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