Miller, Matthias; Zimmermann, Karin; Kalning, Pamela; Universitätsbibliothek Heidelberg
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 671-848) — Wiesbaden, 2016

Page: 431
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Cod. Pal. germ. 786
Cod. Pal. germ. 786
Der Jude von Kreuznach: Medizinische Rezeptsammlung
Papier ■ 103 Bll. • 31 x 21,7 • Heidelberg • (wenig) nach 1538
Lagen: (X+l)20 (mit Bl. 15a) + (X+l)41+ X61 + (X+2)81 (mit Bll. 61a, 72a) + X101". Bll. 15a, 61a und 72a jeweils auf
der Vorderseite des Folgebl. angefalzt. Bl. 15a Maße: 31 x 11; Bl. 61a Maße: 10,3 x 20,6; Bl. 72a Maße: 10 x 21,2.
Vorne unten hin je ein moderner Vorsatzblatt, ungezählt. Foliierung des 16. Jhs.: j-lxxxxv, wiederholt durch
eine Foliierung des 17./18. Jhs. in arabischen Ziffern: 1-95, Bll. 15a, 61a, 72a, 96*-101* mit moderner Bleistiftfo-
liierung. Wz.: Ochsenkopf (Bll. 1-81; auch Wz. in Cod. Pal. germ. 319), Piccard 2 V/129 (Augsburg u.a. 1524-
1531); Ochsenkopf (Bl. 37; auch Wz. in Cod. Pal. germ. 780/1), Piccard 2 V/179 (Augsburg u.a. 1528-1531);
Ochsenkopf (Bll. 86—101::), Piccard, WZK, 58580 (Ulm 1529). Schriftraum (links durch Knicke begrenzt):
27,5-29,5 x 17-18; 50-62 Zeilen. Bastarda von einer Hand (Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz; vgl. z.B. Cod. Pal.
germ. 261). Regelmäßig Korrekturen am Rand von der Haupthand. 14r/v, 17r längere Ergänzungen und Notizen
am Rand von einer weiteren Hand (Sebastian Heuring, kurfürstlicher Kanzleisekretär), regelmäßig wohl von
derselben Hand am Rand Notizen {ist geschrieben). Auf den nachträglich eingefügten Blättern Kursive von drei
weiteren Händen (II. Bl. 15ar/v; III Bl. 61ar; IV Bl. 72ar). 23r/v, 25v, 43r, 57r u.ö. am Rand nota und Unterstrei-
chungen im Text. 41r—58r Textteile oder Initien durch Unterstreichungen markiert. 49r am Rand Zeigehand. 36v
Text durchgestrichen. 12r, 18r, 58v, 74r zwischen einzelnen Textstücken waagerechte Striche. Restaurierung 4.
Viertel 20. Jh. (Walter Schmitt/Heidelberg): alter Einband abgelöst (flexibler Pergamenteinband, beschädigt,
größere Teile herausgeschnitten). Brauner Pappeinband des 20. Jhs. Rundes Signaturschild, modern: Pal. germ.
786.
Herkunft: Datierung anhand der Angabe 82r (s.d.). Eigenhändig durch Kurfürst Ludwig V. angefertigte Ab-
schrift, das Original stand ihm wohl nur leihweise zur Verfügung. Die Texte fanden Eingang in Ludwigs V. 12-
bändiges Buch der Medizin, Cod. Pal. germ. 261-272, weitere Lit. s. Kat. Heidelberg, UB 7, S. 293. lr Bleistift-
eintrag des 20. Jhs.: Pal. Germ. 786.
Schreibsprachen: Hand I. südrheinfränkisch mit nord- und mittelbairischen Formen; Hand II. unspezifisches
Hochdeutsch; Hand III./IV. hochdeutsch mit ostoberdeutschen (bairischen) Formen.
Literatur: Bartsch Nr. 324; Kat. HSA-BBAW, Günther Jungbluth, Oktober 1938, 7 Bll.; Peter Assion, Jude
von Kreuznach, in: VL2 4 (1983), Sp. 887-888; Hellmut Salowsky, Das zwölfbändige ‘Buch der Medizin’ zu
Heidelberg. Ein Autograph Kurfürst Ludwigs V., in: Heidelberger Jahrbücher 17 (1973), S. 27-46, hier: S. 41;
Riha, Sigle H 18 (S. 54f., 104); Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg786.
lr-95v DER JUDE VON KREUZNACH, MEDIZINISCHE REZEPTSAMMLUNG.
>Des Juden buch von Kreuzenach<.
(1. lr-3v) MONATSREGELN. >Hie findestu von den xij zaichen monaten wz man thun
oder lassen soll... <. der meinster Aristoteles leret vns dz man nit lassen soll... 3V... ist deim
leib nucz vnd gudt.
(2. 3V—12r) TIERKREISZEICHENLEHRE. >Vnd also hastu dz werck der sunnen in
zwolff zaichen ... vff dz kürzst. Seit Ich die nun hab geschrieben von den zwolff zaichen ...
von dem wieder<. Aries dz ist der wider vnd ist j zaichen haisser vnd druckener natur ...
12r... so stirbt er on zweiffel. Initium in Cod. Pal. germ. 644, 74r (dort lat.), vgl. Kat. Hei-
delberg, UB 11, S. 402.
(3. 12r—15v) ADERLASSREGELN. >von lossen. Vntz her hab ich dir geschriebn von den
monden ... nun will ich dir schreiben j gemain regell von dem lossen ...<. Die lesse ist j

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