Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 1): Chronicon. Urkunden Nrn. 1 - 166, mit Vermerken, welche die Geschichte des Klosters von 764 - 1175 und mit Nachträgen bis 1181 berichten — Lorsch, 1966

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* trifte

' Jahre der Regierung des Königs Ludwig (876—882) in Ostfranken. Gegeben in Francono-
furt (Frankfurt am Main) in Gottes Namen. Möge sie Glück bringen. Amen. Christe,
beschütze den König Ludwig!

VERMERK 40

In jener Zeit übergab Lüther, ein frommer und achtbarer Mann, seine Güter im
Lobodengowe (Ladengau) dem Hl. Nazarius mit dieser Willensäußerung:

URKUNDE 40 (Reg. 3510)

Schenkung Lüthers in Leutershausen, Sachsenheim und in anderen Orten

Im Namen Gottes, des Allmächtigen. Ich, Lüthar, gedenke des Heiles meiner Seele.
Ich gedenke der Vergebung meiner Sünden. Ich trachte nach dem seligen und ewigen
Leben und will es mir verdienen, ebenso auch meinen Eltern, von denen mir das Leben
kam. Damit wir alle Verzeihung unserer Sünden vom Herrn -verdienterweise erlangen,
mache ich durch dieses Testament dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib im Ober-
rheingau an der Weschnitz, im Kloster Lorsch ruht, eine Schenkung. Der Abt nach der
Ordensregel des Klosters ist zur Zeit der ehrwürdige Mann Babo. Die verehrungswürdige
Schar der Mönche dient dort Gott bei Tag und Nacht. Ich wünsche, daß meine Schenkung
ewigen Bestand habe und erkläre, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt. Sie beinhaltet
mir gehörige Güter im Ladengau. Ich besitze im Weiler Husa (Leutershausen nördl.
Weinheim) eine darin stehende Kirche und alles, was nach dem Gesetz zu jenem Hofe
gehört, im Dorf Sahssenheim minor (Lützelsachsen südl. Weinheim) neun Hörigenhuben
und anderweitiges Gut, in Sahssenheim altera (im anderen Sachsen d. h. Hohensachsen)
eine Flerrenhube, dreizehn Hörigenhuben und zwei Mühlen, in Dossenheim (a. d. Bergstr;
nördl. Heidelberg) einen Weinberg, eine halbe Hube und zwei Hörigenhuben, in Scriezes-
heim (Schriesheim nördl. Heidelberg) 4V> Hörigenhuben und drei Mühlen, in Hanscues-
heim (Handschuhsheim a. d. Bergstr. nördl. Heidelberg) acht Morgen Land, in Wilare
(Weiherhof gegenüber Ladenburg am Neckar? Weier bei Wiesloch? Weiler Wüstg. bei
Käfertal?) drei Hörigenhuben, in Vitenheim (Feudenheim, südöstl. Stadtteil von Mann-
heim), Ulvenesheim (Ilvesheim a. N. zwischen Heidelberg und Mannheim) und Heri-
muntesheim (Wüstung Hermsheim südöstl. Mannheim, westl. Seckenheim) drei Huben,
zwischen Dornheim (Wüstung südöstl. Mannheim) und Mannenheim (Mannheim) vier
Huben und einen Weinberg, in Bergeheim (Bergheim in Heidelberg) eine Hörigenhube, in
Rorbach (Rohrbach südl. Heidelberg) eine Hörigenhube, in Leimheim (Leimen südl. Hei-
delberg) einen Weinberg, in Etingen (Edingen südöstl. Mannheim) 4K Huben, in Granes-
heim (Grenzhof bei Heidelberg) acht Morgen Land. All dieses Besitztum übertrage ich, wie
gesagt, dem Kloster in seiner Gesamtheit mit allem Zubehör, mit seinen Grenzzäunen und
mit allem, was dazu gehört, nämlich mit Basilika, Wohnhäusern und anderweitigen Bauten,
Ackern, Wiesen, Wäldern, Feldern, Weiden, Wasserstellen und Wasserläufen, Pflanzland
und Brachland, beweglicher, unbeweglicher und fahrbarer Habe, mit allem, was genannt
oder nicht genannt werden kann, mit 102 Leibeigenen jeglichen Geschlechtes und Alters mit
ihren Kindern sowie mit drei Hörigenhuben im Gebiet der Sklaven (= Slawen, die als
Knappen in die Erzgruben des Odenwaldes geholt worden waren). All das Obengenannte
schenke, übergebe und übertrage ich vom heutigen Tage an aus meinem in das Besitz- und
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