Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Seite: 46
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URKUNDE 236 (30. Dezember 766 — Reg. 101)

Schenkung des Stal in demselben Dorf im 15. Regierungsjahre des Königs Pippin,

unseres Herrn, unter Abt Gundeland

In Christi Namen gedenke ich, der Schenkgeber Stal, des Heiles meiner Seele. Ich
gedenke der ewigen Wiedervergeltung, damit ich es verdiene, Nachlaß meiner Sünden zu
erlangen. Und so schenke ich denn am heutigen Tage dem Kloster Laur(esham = Lorsch),
in dem der Leib des heiligen Märtyrers Nazarius ruht, ein kleines Wiesland mit dem
Ertrage von zwei Fuder Heu. Es grenzt auf der einen Seite an das Gut des Cilward, auf
der anderen an jenes des Uodo, auf der dritten an jenes meiner Mutter Massa. Ich über-
gebe und übertrage die Wiese in dem Sinne, daß sie dem Nutzen jener heiligen Stätte zu
allen Zeiten diene. Geschehen im Kloster Lauresham (Lorsch) in öffentlicher Versamm-
lung am 30. Dezember (766). Handzeichen des Stifters Stal.

URKUNDE 237 (25. April 767 — Reg. 139)

Schenkung des Walafrid in demselben Dorf im 15. Regierungsjahre des Königs Pippin,

unseres Herrn, unter Abt Gundeland

In Christi Namen am 25. April. Ich, Walafrid, übereigne im Hinblick auf Gott durch
diese Schenkungsurkunde dem hochheiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib im
Kloster Lauresham (Lorsch) ruht, mein Besitztum in

Basinsheim (Bensheim a. d. Bergstr.), nämlich vier Joch Ackerland. Es wird auf einer
Seite von der Liegenschaft des Riphwin (Bruders von Stal), auf der anderen von jener
des Vulfik begrenzt. Ich übergebe und übertrage im Namen Gottes mein Eigentum ganz
und ungeschmälert vom heutigen Tage an aus meinem Besitzrecht in das Eigentums- und
Herrenrecht des vorgenannten Märtyrers zu ewigem Besitztum. Wenn aber künftig
einer, was ich zwar keineswegs glaube — und das übrige wie oben. — Geschehen im
Kloster La.ur(esham — Lorsch) in öffentlicher Versammlung. Tag und Zeit wie oben.
Handzeichen von Walafrid, seinem Sohne Sigefrid und Riphwin. Ich, Samuel, war der
Schreiber.

URKUNDE 238 (1. August 768 — Reg. 309)

Schenkung der Gailrada im gleichen Dorf, im 16. Regierungsjähre des Königs Pippin,

unseres Herrn, unter Abt Gundeland

Ich, Gailrada, übergebe zu meinem Seelenheile dem heiligen Märtyrer Gottes Na-
zarius, dessen Leib im Kloster Lauresham (Lorsch) in pago rinensi (im Oberrheingau)
ruht, mein Besitztum in der

Basinsheimer marca (Bensheimer Gemarkung), und zwar in dem Dorf, welches
Husun (Großhausen, heute mit Kleinhausen als Elnhausen vereinigt) genannt wird
und am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegen ist. In die Schenkung sind eingeschlossen:
Hofreiten, Felder, Wiesen, Weiden, stehende und fließende Gewässer, Wälder, Wege,
Äcker, Pflanzland und Ödland, alles und in allen seinen Teilen, wie ich es bekannter-
maßen dort besessen habe. Ich übergebe und übertrage das alles mit Gültigkeit vom heu-
tigen Tage als ewiges Besitztum, zugleich mit einem Leibeigenen namens Dothlegbert
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