Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Page: 236
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unseres Vaters Waring ein Almosen. Es ist bestimmt für den heiligen Märtyrer Christi
Nazarius, dessen Leib im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, dem der ehrwürdige Herr
Richbodo als Abt vorsteht. Die Stiftung soll nach unserem Willen ewigen Bestand haben.
Wir schenken in

Sickenheim (Mannheim-Seckenheim) vier Joch Ackerland und in
Dossenheim (n. Heidelberg) einen Weingarten. Dieser grenzt auf der einen Seite an
das Gut des Hl. Nazarius, auf der anderen an jenes des Guntbalt, auf der dritten an jenes
des Schenkgebers selbst. Wir übergeben und übertagen diese Güter in unveränderter Ge-
samtheit vom gegenwärtigen Tage an unter die Herrschaft des vorgenannten Märtyrers.
Mögen sie im Namen Gottes auf ewig sein eigen sein. Damit ist der Vertrag abgeschlossen.
Geschehen im Kloster Lorsch. Tag und Zeit wie oben. Handzeichen von Ekkihard, Bur-
chard und Bernwich, welche dies Schenkung durchführten. Handzeichen der (Zeugen)
Leidrad, Giselhard,
Bicco, Lütdold und

Wigbert, Scaphleich.

Samuel hat (dieses Schriftstück) geschrieben und unterschrieben.

URKUNDE 645 (10. Januar 796 — Reg. 2537)
Schenkung des Milo in demselben Dorf unter König Karl und Abt Rihbodo

Ich, Milo, mache zu meinem und meiner Mutter Seelenheil dem heiligen Märtyrer
Gottes Nazarius eine Zuwendung. Der Leib des Heiligen ruht im Oberrheingauer
Kloster Lorsch, dem der ehrwürdige Herr Pvichbodo als Abt vorsteht. Ich bestimme, daß
meine Gabe auf ewig andauern soll. Ich übergebe und übertrage im Namen Gottes und
als ewiges Besitztum in

Sickenheim (Mannheim-Seckenheim) eine Hofreite, 20 Joch Ackerland und zwei auf
verschiedenen Fluren gelegene Wiesen. Es erfolgt hiermit die Fertigung des Vertrags-
abschlusses. Geschehen im Kloster Lorsch am 10. Januar im 28. Regierungsjahr (796)
unseres Herrn, des ruhmreichen Königs Karl. Handzeichen des Stifters Milo. Handzei-
chen von Radold und Alfeher. Adalo war der Schreiber.

URKUNDE 646 (19. März 797 — Reg. 2572)

Schenkung des Sigehelm unter König Karl und Abt Richbodo

Im 29. Regierungsjahr unseres Herrn, des Königs Karl. Ich, Sigihelm, entrichte zum
Seelenheile des Ruotbert ein Almosen. Ich wende es dem heiligen Märtyrer Gottes Naza-
rius zu, dessen Leib im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, dem der ehrwürdige Herr
Richbodo als Abt vorsteht. Es soll nach meinem Willen auf ewig hingegeben sein. Ich
schenke das, was jener Ruotbert selbst mir in pago lubodfonensi — im Ladengau), und
zwar in

Sickenheim (Mannheim-Seckenheim) übergeben hat, nämlich fünf Joch Ackerland.
Diese übertrage ich mit Wirkung vom gegenwärtigen Tage, damit sie jener heiligen
Stätte stets steigenden Nutzen abwerfen mögen. In diesem Sinne erfolgte feierliches Hand-
gelöbnis. Geschehen im Kloster Lorsch, am 19. März (797). Handzeichen des Sigihelm,
welcher gebeten hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt werde. Handzeichen des
Geistlichen Babo und des Gerold. Reginbert hat dies geschrieben.
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