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Heidelberger Schlossverein [Editor]
Mitteilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses — 6.1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.3346#0004
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Gexlante Umbauten und Verlegungen des Heidel-
berger ^chlosses in der Barockzeit.

vo,i Ksrl Tohmeyer.

Mit Z Tafeln.

von fSYS ab trug sich der Rurfürst Ioham, wilhelm von der pfalz
mit dem Gedanken, seine Residenz von Düsseldorf wieder nach Lseidelberg,
dem altangestammten Lsauptsitze der pfalzgrafen, zu verlegen.

Glanzvoller sollte der Drt aus Asche und Trümmern emporsteigen,
denu nur ein Städtebau der großzügigsten Artz cingerichtet auf eine un-
geheuere Schloßanlage in der «Lbene, konnte nach der damaligen höfischen
Runstanschauung als Lsauptresidenz des Lsauses Rurpfalz in Betracht komnien.
So dachte man denn auch durchaus vorerst nicht daran, das alte Schloß
wieder aufzubauen.

Am sH. September s696 hören wir aus einem kurfürstlichen Lrlaß,
daß der Stückobristleutnant Dörr den Befehl erhalten hat, sich nach Lseidel-
berg zu begeben, um dort zusammeu mit dem Ingenieur und Architekten
Flemal „einen Abriß vnserer Lhur-ssfältz. Nesidentz Statt Ssydelberg sambt
allen darumb liegeuden allernechsten Lontreen mit dem verjüngerten Fuß-
maß zu verfertigen"?)

Unter großeu Schwierigkeiten suchen sich denn auch die beiden In-
genieure in der zerstörten, uur mehr eineni Steinhaufeu gleichenden Stadt
eine Unterkuuft, die sie schließlich in dem seiner festen Mauern halber steheu
gebliebenen Marstall beim Zeugschlosser fiuden, und in 28 Tagen bringen
sie die Aufnahme zu Stande.

Sogleich machen sich in der pfalz Stimmen geltend, die die Absicht
des Rurfürsten, eine solch bedeutende Stadtaulage zu schaffen, tadeln. Liner
der größten Schreier ist der Znterimsanwalt Zoh. Zak. Lrlenholtz in Heidel-
berg, der sich dahin äußert: „Der Teufel solle ihn holen, wan dem Lhur-
fürsten auf solch Manier, wie es der Sr. Gbrist Leutnant Dörr und der
bey demselben gewesene Zngenieur angegeben, die Stadt Heydelberg bawen

0 Generallandesarchiv Rarlsruhe. Fasz. Stadt heidclberg ?s.

Mitteilungen des Heidelberger SchloßvereinS. Bd. VI. ^
 
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