Österreichisches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

Seite: 139
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stimmte Einnahmen beziehen; so heißt es in der von St. N. Dragumis ’Ecpyj|j.. äpy_.
1900 a. 74 behandelten Inschrift aus Eleusis Z. 7 roöxo •ö’Upuaxyjptwv xaxaoxsurjV
äcpopi&ad-ai. Auch in der Urkunde der atlienischen Heroisten II 630, die; wie ich
zeigen werde7 einem bekannten Hause angehören, dürfte nach epßtßä^av Z. 16 mit
dem Betrage von dreißig Drachmen ein Eintrittsgeld gemeint sein. Ebenda wieder-
holt sich der übrigens gewöhnliche Ausdruck Xajxßavetv xä [xepy], der in der vor-
letzten Zeile der Inschrift aus dem Peiraieus zu ergänzen ist; di.e vorher ver-
bleibende. Lücke würde x[ao piij xeXefv xö eiaootov xat Xajjißävetv oder vielleicht besser:
x[aE Xafxßäveiv xai [jiyj xeäoövxag xrjv cpopäv Stä] ßtou füllen. Noch sei bemerkt, dass die
sichere Ergänzung Z. 29 zwei Stellen zu w"enig ergibt, vermuthlich infolge irriger
Wiederholung zweier Buchstaben, und Z. 26 nach %poarf/.ei am Ende eine Stelle
frei bleibt.

Athen. ADOLF WILHELM.

Lesbische Inschriften.

I. Tempelinschrift von Eresos.

Auf einer im vorigen Jalire fiir die Balkancommission der kaiserlichen
Akademie der AVissenschaften unternommenen Reise nach Lesbos, die die Er-
forschung des heutigen Dialects der Insel zum Zweck
hatte, suclite ich auch Eresos oder, wie der Ort jetzt
bei den Einwohnern heißt, Oupaw auf; er nimmt nicht
g-enau die Stelle der antiken Stadt ein, sondern liegt
eine Stunde landeinwärts am Fuße der Berge, wohin
sich die Bewohner früher aus Furcht vor den Über-
fällen der Seeräuber zurückgezogen haben. Systema-
tische Ausg-rabungen haben auf dem antiken Terrain
noch nicht stattgefunden, aber die Bauern fördern ge-
legentlich auf ihren Feldern Inschriften zutage, die
jetzt im Schulhause des Dorfes aufbewahrt werden. Ich
sah daselbst den hierneben abgebildeten Stein (Fig. 37),
der vor kurzem zwischen dem Kirchlein 'Ayiog ’Avopeag
und dem Meeresstrande von einem Bauern ausgegraben
worden ist. Es ist ein g-rauer Marmor, o'gg m hoch, 0-44“

Fig. 37 Stein mit der
Tempelinschrift von Eresos.

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