Peust, Carsten
Das Napatanische: ein ägyptischer Dialekt aus dem Nubien des späten ersten vorchristlichen Jahrtausends ; Texte, Glossar, Grammatik — Göttingen, 1999

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ist Schäfer (1901: 108), der "Q mit 'Q' h(r) gleichsetzt, so dass er ein allerdings eigenartig geschriebenes s.t-hwi
“Opferstätte” erhält. Wenn auch Budge (1912: 148, 152), Priese (1968: 25), Kacnel’son (1975: 67), Kormysheva
(1994a: 194) und Eide et al. (1996: 479) keine Transkription liefern, zeigen die Übersetzungen “the place where sacri-
fices were offered up”, “Opferplatz”, “MecTO acepTBonpHHomeHHfi” (Ort der Opferdarbringungen), “Opferstätte” bzw.
“the place rof sacrifice1”, dass sie mit dieser Interpretation im wesentlichen konform gehen (in N 3o, 3i verzichten
Eide et al. 1996: 482 allerdings auf eine Übersetzung). Zyhlarz (1961: 238) liest s.t-hr und vermutet eine Bezeichnung
für den “Platz, wo die Opfer-Rinder rituell beschaut” wurden.
In dieser Stele hat 'Q’ sonst stets die Lesungyi und ist eindeutig eine Formvariante des ägyptischen (F34) (D®"
§ 9). Daher lese ich S.t-jb. Das Wb IV 4,4 kennt den Ausdruck s.t-jb in der Bedeutung “Lieblingsort”, was als Be-
zeichnung fiir eine Tempelanlage durchaus geeignet erscheint. Im Alten Reich scheint S.t-jb einmal direkt als Name
eines Sonnenheiligtums belegt zu sein, was allerdings nur aus dem Determinativ erschlossen ist (Wb IV 4,5). Thut-
mosis III sagt von einem Tempel, den er dem Amun erbaut hat:
S.t-jb pw n.t nb ntr.w, mshn nfr n psd-t-f
“Er ist ein Lieblingsort des Götterherm und ein vorzüglicher Ruheplatz seiner Neunheit.” (Urk. IV i83,
12L = Helck & Sethe 1927-1958: I, i83,i2f.)

Aueh in den Texten des Tempels von Edfu kommt S.t-jb mehrfach vor. Es ist nicht leicht zu entscheiden, ob damit die
Stadt Edfu (so Wilson 1997: 947) oder doch der Tempel von Edfu bezeichnet wird.

S>-Jmn-mri-
(Königsname)
H d, g, 2
Jmn

Geschrieben ist nur S>-mri-Jmn, doch ist wohl eine Haplographie des Gottesnamens anzunehmen wie im Namen des
frühmeroitischen Königs Jrnh-Jmn mrj-<Jmn> (Arnekhamani), siehe hierzu Hintze (1962: 14) und Priese (1977:
Anm. 21 auf S. 350). Ob ebenso auch der Name des Ari eigentlich Jry-<Jmn>-mri-Jmn statt Jry-mri-Jmn zu lesen
ist, wie Priese (1977: Anm. 21 auf S. 350) es für möglich hält und Eide et al. (1996: 521) es übernehmen, muss zwei-
felhaft bleiben, solange die Semantik des Namensbestandteiles Jry unbekannt ist.

S>-mri-Jmn
(Königsname)
H d, g, 2
Js.t
Isis (Göttin)
H 149, 150L, 152, 160
N 3
Wis.t
(Toponym)
A f
N 49

Der alte Name von Theben. In A ist wohl noch Theben gemeint, während sich der Name in N 49 nur auf eine nubi-
sche Stadt beziehen kann, die sich nicht näher identifizieren lässt. Vielleicht wird Wis.t als Bezeichnung für Napata
verwendet.

\jsdrs
Schreibung:
enthält (zu diesem 05P § 6.2.6), wodurch sich als Determinativ erklärt (übernommen von Schäfer 1901: 2gf.,
Zibelius 1972: 92L). Dasselbe Determinativ steht schon im Neuen Reich in dem Toponym __ m
Jst-dgr, das als Ortschaft in Kusch genannt wird (siehe Priese 1974: 3i). Für weitere in ägyptischen Texten bezeugte
afrikanische Toponyme mit dem Element jst-, wenn auch ohne Wasserdeterminativ, siehe Zibelius (1972: 92) und
Edel (1976: 90-92). Andererseits steht auch bei einigen anderen Toponymen in napatanischen Texten (D3T §9
s.v. N35a); auch für diese Fälle vermutet Priese (1974: 3i) wohl zu Recht, dass der Name oder ein Namensbestandteil
“ein nichtägyptisches Wort für ein Gewässer oder einen damit zusammenhängenden Begriff’ darstellt. Zur Lokalisa-
tion des Ortes siehe Siiinnie (1955).

| (nubische Stadt)

N

*

. Brugsch (1879: 72L) erkannte, dass der Name das nubische Substantiv ast- “Wasser”

Shmh
Gemahlin des Nastasen
N t
Shrs.t
(nubische Stadt, vgl. Zibelius 1972: 151)
H 152
Skrg.t
(nubische Stadt, vgl. Zibelius 1972: 152)
H 1,54
Skskd.t
(nubische Stadt, vgl. Zibelius 1972: 152)
N 42
Sjmns
(Fürst von cqn.t)
H 94« 9,‘)f-
Swn.t
Aswan (ägyptische Stadt)
H94
Jsprt
Aspelta (Königsname)
N 61, 65
Wsr-m>(.t-Rc
Stp.n-Rc
(Königsname)
A a, 1 (zerstört)
>sjr
Osiris (Gott)
H 146L (teilweise zerstört), 148, 149, 150, 152,
15-L 158, 159. 160, 161
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