Probst, Hansjörg
Neckarau (Band 2): Vom Absolutismus bis zur Gegenwart — Mannheim, 1989

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HANS VALTIN ORTH, r, 1674 -1678

Er wird am 18. November 1675 als Neckarauer Schultheiß bezeugt.38 Er ist wahr-
scheinlich der Bruder des Zentgrafen. Über die genauen verwandtschaftlichen Be-
ziehungen der Familie Orth in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist wegen der
großen Zahl gleichlautender Namen kaum Klarheit zu gewinnen.39Daß der Schult-
heiß Hans Veiten Orth bereits vor 1679 gestorben sein muß, zeigt die Nennung sei-
nes Nachfolgers im Jahre 1678. Es war dies

HANS STRIEHL, r, 1678-6. 1. 1689?

Hans Striehl wird 167840und mehrmals 168341 als Schultheiß erwähnt. Im Verzeich-
nis der Schultheißen im Oberamt Heidelberg aus dem Jahre 1688 heißt es von ihm:
„Ist der Schrift erfahren und hat jährlich von der Gemeindt 8fl. "42 Er stammt aus ei-
ner Familie, die seit 1607 mit Adam Striegel43 und 1620 mit Nickel Striehle inNecka-
rau nachgewiesen ist. Sein Vater scheint der bereits vor 1663 verstorbene Jacob
Strühl gewesen zu sein. Dieser ist damit die Ahnenspitze einer bereits im 18. Jahr-
hundert recht zahlreichen Neckarauer Familie.

ESAJAS STEINMETZ, 1, Januar 1689 - 9. 8. 1692 f

Im Totenbuch der reformierten Gemeinde heißt es unter dem 9. August 1692: „Ist
begraben worden H. Esajas Steinmetz, gewesener Schultheiß allhie, seines alters 57
jähr, 4 monath und ettliche Tag".44 Sein Geburtsjahr ist somit 1635. Er war der
Sohn des am 28. Oktober 1674 in Neckarau verstorbenen „Henrich Steinmetz Bürger
allhier", des damaligen Ochsenwirts. Am 16. Januar 1674 hatte sich der „Churpfaltz
lieutnant under dem Landvolck des Oberampts Heydelberg" Esajas Steinmetz um die
Übernahme der Wirtschaft bei der Rechenkammer in Friedrichsburg bemüht. Sein
Vater hatte die Konzession zur Ochsenwirtschaft aufgekündigt. Daraus kann man
entnehmen, daß die Schildgerechtigkeit des Roten Ochsen schon vor 1674 an Hein-
rich Steinmetz verliehen worden sein muß. Als alleinigem Erben wurde Esajas
Steinmetz am 14. Februar 1674 die Konzession zum Roten Ochsen erteilt. Er war in
erster Ehe mit Margaretha, der Tochter des Nickel Orth, wohl eines Bruders des
Schultheißen, verheiratet. Margaretha Steinmetz starb am 4.2.1685 im Alter von 45
Jahren. Steinmetz heiratete in zweiter Ehe am 24. 11. 1685 Katharina Schad, die
Witwe des Sandhöfer Gerichtsverwandten Lorenz Schad. Der Name Steinmetz wird
1381 in Heidelberg und 1439 in Ladenburg zuerst genannt. Mit Heinrich Steinmetz
ist dieser Name erst nach dem Dreißigjährigen Krieg in Neckarau belegt.45 Heinrich
Steinmetz war 1663 Schöffe und ist der Stammvater dieser wichtigsten lutherischen
Familie Neckaraus im 18. Jahrhundert.

HANS GEORG GROH, r, August 1692-16. Februar 1708 t
Getauft worden ist Hans Georg Groh am 16. 9.1649 in Mannheim.46 Im Neckarauer
Totenbuch heißt es unter dem 16.2.1708: „Herr Görg Groh, Schultheiß, seines alters
59 jar." Er war der Sohn des Mannheimer Bürgers und Handelsmannes Hans Mel-
chior Groh und heiratete 1690 in Neckarau Anna Margarethe Steinmetzin (April
1672-4.5.1710), die Witwe des Ochsenwirts und Schöffen Heinrich Steinmetz. Die
Grohe oder Groh sind seit 1439 ununterbrochen in Mannheim vertreten und seit
dem ausgehenden 16. Jahrhundert auch in Neckarau begütert.47 Hans Georg Groh
ist zwischen 1693 und 1707 häufig als Schultheiß bezeugt.48

JOHANN PETER KÖHLER, 1/r, Februar 1708 - 6. 3. 1736 t
Er lebte vom 4. 8. 1664 bis zum 6. 3. 1736 und stammte aus einer Familie, die 1620
mit Johannes Köhler zum ersten Mal in Neckarau auftrat. Johannes Köhler dürfte
wohl um 1600 geboren sein und ist noch im Jahre 1663 in Neckarau nachgewiesen.49

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