Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 1.1900-1901

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cler blotixen, äie ick inir ^ernLcbt kotte, clie Lr-
irlnercrrlAsdiläsr stLrlc vsrwisckt, worar» iri
erstsr Qinie Itolien, sber clsrleberi äocb Locb —
clie ^VnsstellnnA selbst sckulcl ist. 80 borirl icb
nur bber äeii LllAerrieineir Liiräruclc §anx bur2
bericbten, was freilicb oucb §erlii§eir äürlte. Icb
scbicbe voraus, äLls icb von irespelct, teilwsise
AerocleLrl von RübrurlA erlüllt bin lür clos ebr-
licbe ur»cl beilsixe Icürrstleriscbe 3trsberl rnicl
Wollen, ÜLS sick ir> cler über§rolseir 2sbl von
Lrltwürlen offsrlbLrte; clie Lüirstler lecbxen
lorrrrlicb nack Arolsen nnü lobnenüen -VnlAnben.
^Vber erscbroclrsn bin icb über üns blivean cles
Kännens nncl cles Verstebens. Wenn rnnn ein-
rnsl ein Qoetbestnnclbilcl scbnffen will, clnnn sollte
rnnn üocb wobl in srster Qinie ünrLN üenben,
es — übnlicb 2n rnncben. H.ber nnr ein ein-
2i§sr clieser vielen Lntwürle scbien, wie üer
nriteinAereickte Lopl in §rölserenr Mnlsstnbe be-
wies, cZarnnr ernstlicb bernübt 2n sein. Oas wnr
wiriclicb üer ^nnZs Qoetbe; nnr leiüer wnr sonst
nn üiesenr Lntwnrl nicbt viel 2N loben. Oer
Künstler ist obenbnr nur ?ortrötist, nber ein
trebbcber. -Vlle übrixen knben sicb nrit va§er
^.bnlicklceit be^nÜAt ocler einlnck clen ibnen be-
knnnteren alten Qoetbe, olt bis snl üen InnAen
I^oclc binons, ins ^uAsnülicbe 2nrüclcverset2t. Ois
^pollokAur wnr inrnrer nocb clns Lrlrenbcbste:
clnbei bnben Ireilicb etwn ^ebn viel nrekr 8cbi11er
nls Qoetbe ünrAestellt, nnl ^wei oüer ürei üsr
Qntwürle snb er soAnr nns wie Qessin^. Ons
2weits, W38 icb vernrilste, wnr üer Qoetkescbe
Qeist. Qissen 2N treben ist Iceinenr einxiAen
nncb nnr nnnübernü ^elnn^en, nrnncbe bnben
sick ünbei nncb völliZ verAriben. 80 nreines
Lrncbtens nucb üer Künstler ües von üer ^nr^
nrit üern ersten ?reis nnsAexeicbneten Lntwnrles.
„Vornsbnrksit" ist seiner QoetkebZnr von üsn
Xritilcsrn nncbAerükrnt worüen. 2unr Isulel nrit
üiesenr VVort, kinter üenr sicb bei nns inrrner
rnekr üer IVInnxel nn Qeist nnü Qeninlitüt, nn
Qsben nnü I'reibeit verstecbt! Oer ^nn^e Qoetbe
wnr §ar nicbt vornebrn, üer IVlinister ist es §e-
leAentlicb Aeworüen oüer bnt sicb wsniZstens
üie IVInsIce üer Vornsbrnbeit vor^ebnnüen. Oer
^unAe Qoetke sprükte von Qeist nnü Qebsn unü
Xrnlt, in ibnr stnnrplts nnü ^lübte olles. iVIso
ünrl er ancb keine steiie, InnAweiliAe, vornebrne
I^eprösentLtionsilAur ssin. Qnü nickt nnr nls
vornebnr, nncb nls „ernst" wnrüs uns üiese
Qestnlt unü ibr Qesicbt LnZepriesen. blnn bnt
Qoetke ües Qebens ernstes k'ükren von sicb
selbst nnsASSħt, ^ewils; nber ebenso nncb üie
k'robnstnr seiner IVIntter, nnü von ibr, üie bei
äenr ^nnAen Qoetbe üocb sicber üie Hnnpt-
sscbe ^ewesen ist, bnüe icb in üenr preis-
Aelcrünten Wsrb lceine 3pur. k'reilicb nocb we-
ni§er in üer Qestnlt ües üritten preises — ein
pensiero init nn üns Linn §ele§ter Hnnü, sein
8cbäpler ist aber beileibe lcein IVlicbeInn§eIo.
Lnübcb üos Seiwerb: eine ssrolse IVlnnni^InltiA-

beit, sber sncb bier viel IVliIs§riiIs. Ons -Vlle-
xoriscke wnr nreistens §an2 lconventionell unü
ünrnnr leer, bei äen QestnIten nns Qoetbes Werben
spürte nrnn Inst ünrcbwe^ äen Llinilnls KLnIbncbs,
von üenr wir rneinten, er sollte üocb nnckAernüe
nrit seinen Qoetkiscben Qilüern §3N2licb über-
wnnüen sein. Qntsr üern ^VIIeAoriscben wnr üns
8cb1inrnrste üie rnsbrlncbe Wnbl von 3pbinxen.
Ick stelle üen 8ntx nnl: wer ein QoetkeüenIcnrLl
nrit einer 3pbinx nnsstnttet, üer bnnn Qoetbe
nnnrö§1icb verstnnüen bnben! Qie 8pbinx nrn
8cbopenbnner-QenIrnrLl in I'rnnlclnrt ist treillicb
cbLrnbterisierenü, bei Qoetbe, üenr bristsllblnren
nnü nrit kellsten ^VnZen voll Optinrisnrns in üie
Welt lüineinsebenüen, ist sie ein übler IVlilsArikl.
-Vncb üer erste ?reistrüAer verbel — oilenbnr
Annx Aeünnlcenlos-bonvsntionell nnl üieses 8^nr-
bol. LIs soll ibnr nnlAetrLAen worüen sein, es in
einenr nensn Lntwnrl xu beseiti§en: nber beseitiAt
sr ünnrit nnck äns in üieser Wnbl lie^enüe 2n-
Aestänünis, ünls er Qoetbe nrilsverstnnüen oüer
nicbt §enü§enü Aebsnnt bnt? Ons Qnnxe nrnls
üornnr, lürckte icb, üocb nnbelrieüiZenü bleiben.
biirnnrt nrnn ünxn enülick nock üen Qnrstnnü,
ünls nncbtr3§Iicb von üen IIntsrlsAsnsn über nller-
lei QnreAsInr3Isi§Iceiten bei üer k'ristverlönAernnA
nnü üenr IVlnIsstnb üer ^nsIübrnnZ; Aebln§t wnrüe,
so ist nncb ününrcb üer Linürnclc irn Znnxen
nicbt erlrenlicber Zsworüen. Hoilen wir, ünls
scbbelslicb üns vollenüete Oenlcnrnl nnssre bsnte
nickt sonüerlicb bocb ZespLnnten LrwLrtnn§en
übertrebe unü nns sie§reicb über solcke Lin-
ürüclce binweZkebe! Wir wünscben üns üer
Xunst, üenr Lünstler, üer 8taüt 8trLlsbur§ nnü
uns nllen, üie wir Qoetbe inr Herxen trnZsn nnü
seines Qeistes nncb nnl seinenr Oenlcnrnl einen
IcröltiAsn Hnncb verspüren nröcbten.

1'bsobnlü 2ie§Ier.

L^Vl?Q8IAIIIIL i. 6. Interessnnt ist es, nn
üer nenerbnnten, eben vollenüeten protestsn-
tiscben Xircbe lür üie Weststnüt üns LinürinZen
ües Icotboliscben, nul üie 8inne wirlcenüen Lircben-
stils in üie Irüberen nücbternen li'ornrsn ües
?rotestÄNtisnrns xu beobocbten. Qewils, ein
Qilüerstürnrer würüe ein nnxnlrieüenes IVlurren
nicbt nnterürüclcen Icönnen, wenn er üiese Kircbe
betrüte nrit ibren bnnten Qlnslenstern, ibren
ireliels, ibrer reixvollen I^LrbenwirIcnn§ nnü üer
Qolübronxenrosnilc über üer KLirxel, nnter welcber
üer Qeistlicbe wie nnter einenr §olü§esticlcten
IrLAbinrnrel stebt. /Vllein es ist §ewils Icein
Verbrecben on üer Irnüition, wenn eine pro-
testontiscbe Kircke beiter nnü Inrbenlröklicb
ünstebt. OLS Herx §ebt Linenr ünbei Isicbter
nnl, nncb wenn nrnn nicbt nrebr äie Hünüe xnnr
Qebet Inltet . . .

Oer Xürcbenbnu, von üer kiesi^en k'irnrn
Lnr^el nnü IVIoser in ürei ^obren erstellt, üürlte
eine VerscbrnelxnnA ^otiscben unü ronrnniscben
8tiles in Alüclclicker Weise ünrcb§elübrt bLben.
^.ncb inr Innenscbnrnclc ist trotx eines ^ewissen

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