Stintzing, Johann August Roderich von
Geschichte der populären Literatur des römisch-kanonischen Rechts in Deutschland am Ende des fünfzehnten und im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts — Leipzig, 1867

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Entstebung dcr Thcile des kanvnischen Rechts gcgeben. Auch die vor-
gratianischen Quellcn, Isidor, Ivv und Burkhard werden erivähnt. Bon
diesen hcißt es: brut et utiri (voinpilritio) ouguscirim Lurokinräi vel
Brookirircti, nt ctioitur, <jui ^iosuit soiuin ouuonos ctisoorciriutvs non
rictckitri äooisiono rilicjuu vel solutiono oontrririotrituni. Lt Iiine «li-
ennt ciuiclkim Ilrooliriräiouni in juro icleni cliei g iiocl proliloinrctieuni
in iiliilosopliiri: dic bekannte hcrkommliche Erklärung der Brocardica. Die
ganze Ausführung ist eine neue Zuthat.

Das zweite Blatt gicbt die Eintheilung dcs üus eivilo in derselben
Form und Fassung, wic die ältcre Schrift, mit cinigen Abweichungen.

Auf der stlückseite beginnen die mnemonischen Regeln für die Alle-
gationcn; sie füllcn vier Seitcn. Diesc stimmcn mit denjenigen der ältercn
Form zum Thcil wörtlich übcrein. Aber ihre Ordnung ist verändcrt, auch
finden sich mancherlei Zuthatcn, wclche theils in neucu Regeln lind Ge-
dächtnißversen sür dicse, theils in Erläuterungen der altcn bcstehen.

Auf Bl. 7, Ii. beginnt dic versisizirte Reckitsconcordanz nacki Ordnung
der fünf Büchcr der Dekretalen, auf wclchc sich jcne mncmonischen Regeln
beziehen. Sie füllt dcn größtcn Theil der Schrift, nämlich 21 Blätter,
während sie in der älteren Form nur fünf Folioblätter einnimmt. Den-
noch ist es, von geringen Aenderungen abgesehen, ganz dieselbe und die Er-
weiterung bestcht nur in folgendcn Aenderungen.

Während in der ältercn Form dic Berse nur durch die Ucberschriften
Didor priuiu», soouuckus u. s. w. abgetheill sind, sonst aber wie ein zu-
sammenbängendcs Gedicht dastehen, hat hicr jeder Bcrs seine besonderc
Ucberscbrift, welchc das Rubrum und die Zahl des Dekretalen-Titels an-
giebt. Auf den Bers sclbst abcr folgt dann eine ausführliche Erklärung,
indem derselbe zerlegt und die Bedculung der einzelnen Sylben angegeben
wird. So heißt es z. B. bei dem zweiten Bcrse:

Oo oonstitutiouilius ti. II.

Ooust. rieri cri Irirori. lil Io8 Iiok Iiritri Kis )rir err.

gentoutiki ost: clo eonstitutiouilius Iiriliotur ^err, ick ost
lidro juinio titulo «eeunclo; Orr, icl ost in 8oxto titulo seeunclo; Ukrroki,
i«I 68t clistiiietione hukrrtri, c;uiki I c;uotkit vvl sixnitiorrt priniunr pnrtem
clooreti, putu clistinetionos 8ino irnnroro; :r, uilril, ut 8uporiu8 clietum
68t; et r cjunrtkim, ot e. ekinono soeunclo, ox cjiro e e8t soeuuckki nrutri
ot nominritur erijiituluni <iurilo 0886 cloliorit oto.
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