Uhde, Constantin [Editor]
Die Architekturformen des klassischen Alterthums mit besonderer Berücksichtigung der Säulenordnung und Gesimsbildung — Berlin [u.a.], [ca.] 1902

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Inhaltsverzeichnis s.

Tafel i.

Tafel

Tafel 3.

zu Edfu,
Gern alle

Gruppe I.

Tafel 1—3.

Die ägyptischen Architekturformen.
Fig. I Säulenhalle zu Karnak, Fig. II Tempel
Fig. 111 Säulenkapitäle aus Philae und Fig. I\
Dekorationen.

Die assyrischen Architekturformen.

Fig. I, II, III Theil eines Thores von Khorsabad, Fig. IV
bis VII Assyrische Reliefs und Ornamente, Fig. VIII Kapitale
von Bronzemöbeln aus Nimroud und Kouioundjick.
Die persischen Architekturformen.

Fig. I, II Die Halle des Xerxes in Persepolis, (oder Palast
No. 8 nach Flandin), Fig. III, IV Säulen vom Palast
No. 2 und Fig. V Theil vom Throne des Grabes No. 10.
Die Art der Konstruktion, Gesimsbildung und Orna-
mentik dieser vorgriechischen Stilarten zeigt schon Anfänge
der Kunstformen, die in der späteren griechischen Architektur
zur höchsten Blüthe gelangten. P2s soll durch dieselben
dargethan werden, dass sich auch die Griechen in ihrer
ganzen Kultur an diejenige ihrer Nachbarvölker mehr
oder weniger anlehnten.

Gruppe II. •
Tafel 4—14.

Ägyptische, griechische und römische Einzelformen.

Die Einzelformen, welche auf den Tafeln 4—14 zur Darstellung
gekommen sind, werden sowohl zur Vergleichung mit anderen
Gesimsen, wie auch besonders zum Kopiren für Studirende von
grossem Werth sein. Sie bieten annähernd das gesammte Material,
welches, aus der perikleischen Zeit und von den schönsten Bau-
werken stammend, aufgefunden werden konnte. Die Engländer
Penrose und Penncthorne haben durch ihre genauen Vermessungen
an Ort und Stelle nachgewiesen, dass die griechischen Architekten
während der perikleischen Zeit die Profile der gebogenen Einzel-
glieder mit Hilfe der Kegelschnittlinien (Ellipse, Parabel, Hyperbel)
konstruirten, während zur römischen Zeit dieselben meist aus Kreis-
segmenten zusammengesetzt oder aus freier 1 [and gezeichnet wurden.
Es ist leicht einzusehen, dass bei den Profilen von ungleichmässiger
Krümmung (Kegelschnitte) der in der Licht- und .Schattenwirkung
zum Ausdruck kommende Erfolg der Gesimse ein viel bestimmterer
sein wird, als dies durch eine gleich stark gekrümmte Linie (Kreis-
bogen) erreicht werden kann, weil bei letzterem Licht und Schatten
sich der gleichmässigen Krümmung entsprechend auch gleichmässig,
d. h. ausdrucksloser, vertheilen, während bei den ungleich stark
gekrümmten Profilen das Licht oder der Schatten stets auf dien
Theil beschränkt ist, der den kleinsten Krümmungshalbmesser hat.
Das feine griechische Kunstgefühl verlangte eben für die dar-
zustellende Form eine ganz präcise Ausdrucksweise auch bis in die
kleinste Einzelheit.

Ferner ist von jenen Forschern nachgewiesen, wie dies in
Gr. III Taf. 18. 19. 20. weiter für die Gesammtverhältnisse ausgeführt
wird, dass auch die Einzelformen unter sich und zum Ganzen in
einem bestimmten einfachen Zahlenverhältnisse stehen.
Tafel 4. Fig. I—VII Farbige ägyptische Ornamente und bemalte

griechische Eier- und Blätterstäbe, Fig. VIII u. XII vom

Theseustempel, Fig. IX u. X den Propyläen und Fig. XI dem

Mausoleum zu Halikarnassus.
Tafel 5. Plastische Perlschnüre und Wulste Fig. I—XII.
Tafel 6. Plastische Eier- und Blätterstäbe Fig. I, VI vom Erech-

theion, Fig. II Pompeji, Fig. VII der Trajanssäule, Fig. III

IX dem Tempel des Castor
Pantheon und Fig. IV, V,

Fig.

dem

dem Vespasianstempel
und Pollux, Fig. VIII
X der Renaissance.
Tafel 7. Griechisch dorische Kymatien und Antenkapitäle von
Olympia Fig. XIII, Pästum Fig. XIV, Selinunt Fig. XII
u. XV, Agrigent Fig. XI, dem Tempel des Apollo zu

Phigaleia lug. I u. IX, dem der Nemesis zu Rhamnus
lug. VII u. VIII, dem Parthenon Fig. II, III und den
Propyläen Fig. IV, V u. VI sowie dem Theseustempel
zu Athen Fig. X.

Tafel 8. Griechische Eierstäbe

von den Propyläen Fig. I und dem Erechtheion Fig. III,
IV, VI, VII, dem Mausoleum zu Halikarnassus Fig. II u. V
und aus Priene lue. VIII—XII.

Tafel 9. Griechische Blätterstäbe

von den Propyläen Fig. I und Erechtheion Fig. II, III u.
V sowie vom Mausoleum zu Halikarnassus lüg. IV.
lüg. VI von einem Bronze-Architrav gef. in Avenches,
Fig. VII, VIII, IX vom Ptolemeion.

Tafel 10 Dorische Säulenkapitäle

von Selinunt Fig. I, II u. III und Segesta Fig. IV.

Tafel u. Dorische Säulenkapitäle

vom Parthenon in Athen Fig. I, von Korinth Fig. III,
zAegina Fig. II, Phigaleia lug. IV und Knidus lüg. V.

Tafel 12. Dorische Säulenkapitäle

vom Parthenon Fig. I und den Propyläen Füg. II u. III
sowie vom Thoricus lüg. IV und Theseustempel zu
Athen lüg. V.

Tafel 13. Simalinien

vom Parthenon und den Propyläen lüg. I u. 11, dem
Jupitertempel zu Aegina lüg. III, dem Apollotempel zu
Phigaleia lüg. IV, dem Tempel der Nemesis zu Rhamnus
lüg. V, dem Löwengral) zu Knidus Fig. VI, dem Tempel
der Diana in Eleusis lüg. VII sowie der Propyläen
daselbst lüg. VIII.

Tafel 14. Jonische Basen

vom Erechtheion Fig. I, dem Niketempel lüg. II und
den Propyläen Fig. III zu Athen, sowie aus Priene
lüg. IV—VIII und dem Smintheum Fig. IX u. X.

Gruppe III.

Tafel 15—22.

Dorische Säulenordnuneen.



Aus der Zusammenstellung der dorischen Säulenordnungen
von den frühesten Zeiten bis zum Verfall wird man sich über die
Stilentwicklunef sowie über die Mass- und .Massenverhältnisse ein
klares Bild machen können.

Die Säulenstellungen auf Tafel 18, 19, 20, vom Theseustempel,
dem Parthenon und den Propyläen zu Athen sind nach Ver-

messungen

und Angaben

des Engländers Penncthorne in der
Weise aufgetragen, dass dem Beschauer von einem bestimmten
Punkte aus die Höhenabmessungen des Stylobats, der Säule und des
Gebälkes in einem einfachen Zahlenverhältnisse, z. B. 1:6:2, erscheine.

Pennethorne geht in seinem Werke von der gewiss richtigen
Ansicht aus, dass die griechischen Baumeister der Blüthezeit ihre
Tempclentwürfe zuerst in der geometrischen Zeichnung festgestellt
haben und zwar unter Zugrundelegung der Vervielfachung einer
Zahleneinheit für die Höhen, sowie auch für die Ausladungen der
Bautheile. Nachdem dann die Örtlichkeit für den Bau und damit auch
der beste Standpunkt für den Beschauer gefunden war, hätten dieselben
die geometrische Zeichnung so für die Ausführung umgearbeitet, dass
das fertige perspektivisch-p'astische Bauwerk von dem Punkte des
Beschauers aus dieselben Zahlenverhältnisse gezeigt, wie solche schon
durch die geometrische Zeichnung vorher bestimmt waren.

Die Konstruktion ist demnach in der Weise hergestellt, dass
vom Fusspunkte der Säulenordnung aus mit der Länge des Ab-
standes des Beschauers vom Bauwerke als Radius ein Kreissegment
geschlagen wird. Auf diesen werden die Verhältnisszahlen auf-
getragen, in denen die Theile der Säulenordnung gegen einander
erscheinen sollen. Werden dann die betreffenden Vertikalen und
die Sehstrahlen des Beschauers bis zu ihren Schnittpunkten ver-
längert, so wird man die Abmessungen erhalten, welche von dem
einen Standpunkte aus gesehen die gewollten Flöhenverhältnisse
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