Vitruvius ; Rode, August [Übers.]
Des Marcus Vitruvius Pollio Baukunst (Band 1) — Leipzig, 1796 [Cicognara, 738A]

Seite: 231
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FÜNFTES BUCH. V. KAPITEL.

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FÜNFTES KAPITEL.
Theater - Vasen.

T

-Diesen Beobachtungen zu Folge sind nach mathematischen Verhält-
nissen eherne Vasen nach Beschaffenheit der Grüfse des Theaters zu
verfertigen; und diese richte man so ein, dafs, wenn sie angeschla-
gen werden, sie unter einander alle Consonanzen, von Diatessaron
und Diapente an bis Disdiapason, in der Reihe angeben. Darauf
setze mau sie in, zwischen den Sitzen des Theaters angebrachte, Zel-
len nach musikalischem Verhältnisse also, dafs sie keine Wand berüh-
ren, rings umher frey stehen, und über sich einen leeren Tiaum
haben. Auch stelle man sie umgestürzt, und setze ihnen auf der
Seite nach der Bühne hin Keile unter, die nicht kleiner als einen
halben Fufs seyn dürfen. Vorn lasse man zu diesen Zellen Öffnun-
gen unten auf dem Grunde — oubliants — der Stufen zwey Fufs
lang, und einen halben Fufs hoch.

In Ansehung der Anordnung derselben, nehnilich an welchem
Orte sie anzulegen sind, so ist diese also zu treffen: ' .

1 Wenn das Theater nicht von ausnehmender Gröfse ist, so weise

man ihnen im Mittel der Höhe die Querlinie an. ") Hier wölbe

n) jSoch höhet als das Mittel der Höhe standen die Schallgefafse im Theater zu Taor-
mina in Sicilien; wenn anders, wie es mir doejb selir wahrscheinlich seheint, die
Nischen, wovon in folgender Stelle Tlonels die Rede ist, der ihnen angewiesene Stand-
ort waren. Ich führe diese Stelle um so absichtlicher an, da sie, wenn meine Verrou-
thuiig sieh bewährt, Nachricht von der allereimngen Spurgiebt, welche uns in den Trüm-
mern de» Âlterthums Ton der ehemaligen Existenz der Theater-Vasen übrig ist. liier ist
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