Werner, Wilfried
Die mittelalterlichen nichtliturgischen Handschriften des Zisterzienserklosters Salem — Wiesbaden, 2000

Seite: 29
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/werner2000/0109
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
COD. SAL. VII 37

Inschrift NON/ PIVS (?); 2 Messingschließen am Lederband: abgerissen; Papier-Rückenschild:
Precepta Decalogi 1481.

Herkunft: V B. V. in Salem (17. Jh.); Salemer Signaturen MSS 23 und MS 343. Nach Schreib-
sprache und Schrift im weiteren Bodenseeraum entstanden.

Schreibsprache: Alemannisch, mit anfangs stärker gereinigtem Schwäbisch (Bodensee), gele-
gentlich mit niederalemannischen Elementen (vgl. 151r—168r und gegen Schluß); vgl. auch die
Federprobe 4V: aldtorf (= Altdorf, Kanton Uri?, Zürich? Ravensburg?, allerdings auch sonst
nicht selten).

Bartsch, Nr. 409 (S.202). - A. J. Hofmann, Der Eucharistie-Traktat Marquards von Lindau,
Tübingen 1960 (HermaeaN.F. 7), S. 144-146.

lr-4r Rosenkranz vom Leben und Leiden Jesu Christi. - Der Anfang, wohl mit
den ersten 10 Anrufungen, fehlt. V Ave der du in den (!) tempel Salomonis sinem hy-
melschen vatterfür uns am lebendig opffer geopffert ward. >Amern Ave mit dem du vor
Herodem in Egipten geflohen bist... -4r... Ave der zukünftig ist ze richten die leben-
den und totten und die weit durch das für. >Ain pater noster. Ave Maria. Wer disen ro-
senkrantz spricht... uß liebi all tag, syben jar tbttlicher sünd ablas ... git bapst Sixtus.<
40 Anrufungen, mit Amen schließend; nach der IL, 31. und 40: Pater noster und Ave
Maria. 4V leer bis auf Federproben Casper, ... aldtorf usw.

5r-139r [Marquard von Lindau OFM, Dekalogerklärung] (Fassung B2). - >Diß
sind die .x. gebott mit dem maister und jung[er). Audi lsrahelprecepta domini<. hör Is-
rahel die gebott des herren und schrib sy in din hertz ... disü milch ist anders nit denne
die luter minneklich menschait Ihesu Christi ... 6' ... Du solt wissen, das gott zu aller
erste die gebot von den gebotten gab und sprach >Non adorabis deos alienos< Du solt
fremd got nit anbetten. >Der Maister< O lieber Junger wie sind in so menger lüten hert-
zen vil fromder gott... - /1391 und alle unser saligkait dar inne behabent. Das verlieh
uns der vatter und der sun und der hailig gaist. Amen. R. S. M. (= Restituta Salute
Mundi) 1481 exaltatioms sanete crucis (= 14. Sept.); vgl. auch Cod. Sal. VIII 13: von
derselben Hand. - 139v leer. -2VL 6 (1987) Sp. 81-126 (N. F. Palmer). -N. F. Palmer,
Latein, Volkssprache, Mischsprache. Zum Sprachproblem bei Marquard von Lindau
in: Spätmittelalterliche geistliche Literatur in der Nationalsprache, Salzburg 1983
(Analecta Cartusiana 106), S. 70-110 (ds. Hs.S. 107 verzeichnet). - E. Langen, Eine
neue Quelle für die Kenntnis des mystischen Lebens im Kloster Pillenreuth, Phil. Diss.
Heidelberg 1960, zum Text ds. Hs.S. 135-144.

140r-142r Gebet von den Blutstürzen Christi. - >Das sprich so du den ablauß ha-
ben wild von den ußflüssen sines hailigen pluts< Herr ich bitt das du mich begiessest
mit allen den Aussen die von diner höchsten gotthait ye geflossen sind ... - 142' ... din
gnad darvon allzit gemeret werd in gottes namen. Amen.

142r-151r Hymnen, Sequenzen, Antiphonen und Gebete zum Fronleichnams-
fest (deutsch). - >Von dem sacrament so du es enpfahen wilt ...< O du hailige wirt-
schafft in der der gesalbot gottes sun wirdt enpfangen ... (Ant. „O sacrum convivium"
in Vesp.II Corp.Christi, Chev. 13677, Haimerl, S. 142 Anm. 883); 142v > Von dem sac-
ramenU (anfangs gereimt:) Ihesus du wirdt und du wirtschafft dines hailigen fron-

29
loading ...