Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 10.1915

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BESPRECHUNGEN.

ab und charakterisiert an einigen Bildern von Kersting die »Wendung vom Un-
endlichen zum Engumschlossenen und Begrenzten«. »Bei Friedrich ist alles in die
Ferne gerückt, bei Kersting alles nahegebracht. Es ist auch hier der Gegensatz
der älteren und jüngeren Romantik. Dort ein Zerfließen im Unendlichen und un-
bestimmteste Ahnungen, hier ein Verklären der kleinsten Dinge und sinnige Ge-
nügsamkeit, dort Brausen des Meeres, hier liebliches Geläute, dort Hymnen an
die Nacht, hier der Rose Gruß, dort Sehnsucht nur, hier was sie stillt.«

Ein deutsches Buch über deutsche Malerei. Intensiviert im Erleben und inten-
siviert in der Darstellung. Ohne die Extensität und leichtfaßliche Überschaubarkeit
des italienischen Freskos oder der weitausholenden großen italienischen Arie. Doch
voll des innerlichsten Reichtums und der heimlichen Versponnenheiten, Durch-
führungen, Variationen und Verzwicktheiten deutscher Kammermusik.

Berlin.

Max Deri.

Adolf Behne, Zur neuen



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Kunst. Verlag Der Sturm Berlin 1915, 8°. 32 S.
igt Adolf Behne manch einen anregenden Gedanken.
;ich gegen das schlimme, vielverbreitete Vorurteil des
:ungen begrifflich einfangen zu wollen. »Der Begriff
:en von hundert Künstlern prinzipiell gleich, während
jedesmal um etwas anderes handelt, um ein ganz
ein ganz anderes für Dürer, ein ganz anderes für
; recht, mit dem Gemeinsamen »Naturalismus« wird
leswegs genügend gekennzeichne1 Wer ein Kunsl-
II, kommt niemals zum Ziel. Ist i.och die Besonder-
nziges, einmal Gegebenes und entzieht sich darum
iegrifflichen Vergleichung.

gt Behne eine klare Unterscheidung zwischen Im-
ismus. Der Expressionist »geht von etwas Geistigem
essionist vom Stoffe leiten läßt. Während der Im-
beherrscht wird und leicht in geistlose Nachahmung
'om Geistigen bestimmte Expressionist zunächst das
arben. »Der entscheidende Punkt ist, daß er in der
zipiell unbeschränkt ist, während der Impressionist .. .
istlerischen Beschränkung in der Ausnutzung seiner
:n des Expressionisten steht die innere Wahrhaftig-
vlittel unbedingt höher als die Wahrhaftigkeit in den
(S. 22.)

s klare Schrift nur allgemein gehalten ist. Er hätte
'und Kubismus — besser gedient, wenn er seine
(gewandt hätte.

Alfred Werner.
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