Gregorius – digital
Hartmanns von Aue Legendenerzählung von Gregorius entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts nach der Vorlage der altfranzösischen Vie du pape saint Grégoire. Die Versnovelle erzählt vom Schicksal des ‚guten Sünders‘, der schließlich zum Papst gewählt wird. Die Geschichte war im Mittelalter wie in der Frühen Neuzeit in ganz Europa weit verbreitet.
Auf dieser Website finden Sie eine digitale Edition des Gregorius. Sie bietet drei Module: Im Zentrum stehen die Editionen ausgewählter Textzeugen, jeweils mit Anmerkungen und wichtigen Varianten. Es handelt sich um textgeschichtliche Editionen einzelner Handschriften, es wird keine textkritische Rekonstruktion eines autornahen Texts angestrebt. Das zweite Modul ist die virtuelle Handschriftenbibliothek mit digitalen Abbildungen aller Handschriften und Fragmente sowie deren Transkriptionen. Das soll einer eingehenderen Quellenanalyse dienen. Eine synoptische Ansicht schließlich erlaubt es, als drittes Modul, mehrere Textzeugen gleichzeitig auf dem Bildschirm zu studieren, Transkription und Edition nebeneinander zu visualisieren sowie eine Übersetzung danebenzustellen.
In der Sektion Einführung werden eine Einführung in diese digitale Edition und ihre Grundlagen sowie ein beschreibendes Verzeichnis der Handschriften präsentiert.
Unter Materialien sammeln wir alle philologischen Arbeitsinstrumente, wie eine vollständige Verskonkordanz, den kompletten Variantenapparat, eine Graphik der Mitüberlieferung und eine Literaturliste mit zahlreichen eigens digitalisierten oder online verfügbaren Texten.
In der Abteilung Informationen werden Details zur Projektgeschichte, zum Team, zu den Partnerinstitutionen, zu den Nutzungsbedingungen und zur Zitierempfehlung geboten.
Gregorius – digital ist Teil des Portals Hartmann von Aue – digital, das die Editionen aller vier erzählenden Werke Hartmanns vereint. Darüber hinaus werden hier projektübergreifende Informationen gebündelt, die für sämtliche Editionsvorhaben relevant sind, etwa die Prinzipien der Edition und Textgestaltung, das TEI-Handbuch oder eine Anleitung zur Funktionsweise der Ansichtsmodule. Ergänzend steht dort eine allgemeinere Bibliographie zum erzählenden Werk Hartmanns von Aue, die mit den Bibliographien der Einzeleditionen abgestimmt ist. Alle diese Inhalte sind zudem über das Navigationsmenü der jeweiligen Edition direkt erreichbar.
Gregorius – digital wird gemeinsam verantwortet von Emilio González Miranda, Victor Millet (beide Universidade de Santiago de Compostela) und Marie-Sophie Winter (Université de Picardie Jules Verne), in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Heidelberg. Alle Bild- und Textdaten werden frei von Einschränkungen im Open Access unter einer CC-Lizenz online zugänglich gemacht. In diesem Sinne versteht sich Gregorius – digital nicht nur als Edition, sondern auch als Sammlung offen zugänglicher, nachnutzbarer Forschungsdaten, die weitere – insbesondere maschinell gestützte – Analysen im Sinne von Open Science ermöglichen.