Müller, Emil
Überlieferung des Herpin von Burges ( Halle-Wittenberg, Univ., Diss.) — Halle, 1905

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Wallfahrt nach Sankt Niklafs zu Bari verrät er den Herzog an einen heidnischen
Kaufmann, der Herpin dem Könige von Cypern schenkt; dieser sendet den
Gefangenen unter anderen dem Könige von Tollet. — 28bff.: Von Badwin
notdürftig ausgerüstet reitet Lew zum Turnier nach Cecilien. Dafs er nicht
Badwins Sohn ist, hat er erst jetzt erfahren. Unterwegs wird er vom
Marschalk von Florenz überfallen, in einen Turm geworfen, aber vom Turm-
hüter wieder freigelassen. Er begegnet Gerna, dem Schildknecht Herpins, der
seinen Herrn alle diese Jahre hindurch vergebens gesucht hat. Gerna fällt Lewes
Ähnlichkeit mit Herpin auf. Das rote Kreuz auf seiner Schulter, dazu die
Beschreibung des Lappens, in den eingewickelt Lew gefunden worden war —
Adelheid hatte ihn von ihrem Kleide gerissen — bestärken Gerna in seiner
Überzeugung, dafs Lew Herpins Sohn sei. Beide reiten nach Montlisan, wo
das Turnier stattfinden soll. Als sie in einer reichen Herberge um Aufnahme
bitten, verspottet sie der Wirt wegen ihres ärmlichen Aufzuges. Schon einmal
habe ein Kitter bei ihm gewohnt, der über seine Schulden hinweg gestorben
sei; nun müsse er im Bauchfang hängen, bis jemand seine Schulden tilge.
Lew löst mitleidig die Schuld des Bitters ein und läfst die Leiche kirchlich
bestatten. Im Turnier gesellt sich ihm ein „weifser Ritter" zu, der ihm um
die Hälfte des Gewinnes beizustehen gelobt. Lew gewinnt mit seiner Schön-
heit und Tapferkeit Florentinas Liebe. Alle Ritterschaft gesteht ihm den
Preis zu. Lew will dem weifsen Ritter das Königreich überlassen, wenn ihm
nur Florentina bleibt. Der weifse Ritter gibt sich Lew zu erkennen als der
von ihm aus dem Rauchfang erlöste. Lew erhebt den Wirt zum Burggrafen.
Am Hochzeitsmorgen wird Florentina vom Herzog von Calabrien mit Hilfe
seiner Nichte Weckolter entführt und nach Riga in das Kloster Clarissas, der
Schwester dieses Herzogs, gebracht. Der Herzog, selbst weicht vor dem nach-
setzenden Lew mit seinen Verbündeten in das Schlofs Montrose zurück. —
60cff.: Florentina teilt Lew durch einen Pilger ihren Aufenthaltsort mit.
Lew wagt sich in Pilgertracht nach Riga, wird von Weckolter erkannt und
gefangen gesetzt. Clarissa entbrennt in Liebe zu Lew und macht ihn ihrem
Willen geneigt. Underdessen gelingt es Florentina, mit ihrer Dienerin Merge
in Manneskleidern aus dem Kloster zu entweichen. Als Clarissa davon hört,
entflieht auch sie mit Lew aus ihrem Kloster aus Furcht vor der Rache ihres
Bruders. Beide geraten in eine Räuberburg; während des für Lew siegreichen
Kampfes wird Clarissa weggeschleppt. Ein Ritter befreit und heiratet sie. —
68»ff.: Der weifse Ritter erscheint Lew und wirft ihm seine Untreue gegen
Florentina vor. — 68°ff.: Auf der Flucht erfahren Florentina und Merge von
einem Lew und Clarissa verfolgenden Ritter von den Vorgängen im Kloster.
Florentina beklagt sich bitter über Lewes Untreue. Sie finden Aufnahme in
einem Kloster. — 70aff.: Inzwischen belagert der König von Cecilien den
Herzog von Calabrien in Montrose. Ein grofses Heer kommt dem Herzog zu
Hilfe; eine Schlacht droht mit der Vernichtung der Cecilischen zu enden, da
erscheint Lew und rettet seinen Schwiegervater. Der Herzog flieht nach Riga,
beschuldigt Weckolter, Florentina zur Flucht verholfen zu haben, und ver-
bannt sie. Weckolter kommt zufällig in dasselbe Kloster, wo Florentina und
Merge weilen, und benachrichtigt den Herzog vom Aufenthalt der Flüchtlinge.
Ebenso hat Florentina einen Boten an Lew geschickt. Beide Parteien treffen
sich im Kloster; Lew wird von der Übermacht überwältigt, soll mit Florentina
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