Müller, Emil
Überlieferung des Herpin von Burges ( Halle-Wittenberg, Univ., Diss.) — Halle, 1905

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Inhalt des Herpin.

Nach dem Strafsburger Druck von 1514.

Bl. 4a ff.: Clarien von Anderlaub verleumdet Herzog Herpin von Bourges
bei König Karl. Herpin erschlägt ihn vor dem Thron, wird mit seiner jungen
Gemahlin Landes verwiesen. In einem Walde bei Florenz bringt Adelheid
einen Sohn zur Welt. Während Herpin eine Frau suchen geht, die seiner
Gemahlin beistehen kann, wird diese von Räubern weggeschleppt. — 7cff.: Das
Kind bleibt im Walde liegen. Vier Feen erscheinen und verleihen ihm ihre
Gaben. Eine Löwin trägt den Knaben in ihre Höhle und säugt ihn. —
7dff.: Herpin sucht vergebens nach seiner Frau. Er wendet eich nach Florenz.

— 8c ff.: Ein Ritter Badwin von Montlin jagt der Löwin das Kind ab, nimmt
es mit auf seine Burg, läfst es Lew taufen und aufziehen. — 9»ff.: Die
Räuber erschlagen einander im Kampf um den Besitz der Herzogin. Diese, in
Mannestracht, will nach Jerusalem fahren, wo sie ihren Gemahl zu finden
hofft. Das Schiff wird an die Küste Spaniens verschlagen. Adelheid tritt als
Küchenjunge in den Dienst des Königs von Tollet. — 10aff.: Herpin führt
mit einem Abte, den er in Florenz angetroffen hat, bei Rom ein Büfserleben.

— 10° ff.: Lew wächst heran, in allem ritterlichen Wesen wohl unterrichtet.
Er lebt so verschwenderisch, dafs er Badwins Gut verprafst und an keinem
Turnier mehr teilnehmen kann. — 11°ff.: Der König von Gecilien läfst ein
Turnier ausrufen: der tapferste Ritter soll seine Tochter Florentina erhalten.

— 12bff.: Der Marschalk von Florenz bittet Lew in diesem Turnier sein
Diener zu sein; Lew schlägt es ab. — 13° ff.: Tollet wird belagert. Ein Riese,
der den tapfersten Ritter der Stadt zum Zweikampf herausgefordert hat, wird
von Adelheid auf Geheifs Gottes heimlich bestanden und getötet. Ein anderer
Ritter behauptet den Riesen erschlagen zu haben; Adelheid zeiht ihn der
Lüge und überwindet ihn im Gottesgericht. Florie, des Königs Tochter, ge-
winnt den ehemaligen Küchenjungen lieb. Dieser offenbart ihr sein wahres
Geschlecht. Nun will der König Adelheid zu seiner Gemahlin erheben; sie
entflieht aber bei Nacht und lebt unerkannt als Bettlerin in Tollet — 23dff.:
Die Heiden ziehen gegen Rom, erschlagen Herpins Gefährten in der Klause.
Herpin gesellt sich zum päpstlichen Heer, tut sich im Kampf gegen die
Ungläubigen hervor und wird vom Papst mit Ehren überhäuft. Gadifer von
Salbey, des Papstes bisheriger Günstling, wird neidisch auf Herpin; auf einer
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