Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Der kleine Katechismus Lutheri. r o i
den Schüler. UnstrS Erachtens kommt Key der
Sache alles auf lichtvolle Definitionen, gute und
nicht so sehr gehäufte Beweist (zumal wenn sie
ungleicher Art sind) und auf rührende Anwendun-
gen in einer populären gutherzigen Sprache an,
wenn der Religionsunterricht bey der Jugend glück-
lich styn soll. Muß der Schüler z. E. das vierte
Gebot nur an der Tafel in einer Tabelle lernen,
so wird er mehr für sein Gedächtnis als für sein
Herz arbeiten: und wenn er sie nun alle auswen-
dig kann, so werden die wichtigsten Wahrheiten
der Religion in seinem Kopfe nichts anders als
Schulchrien styn. Wenige und nach den Haupt-
Derhältnissen leicht zu findende Distinktionen oder
Abheilungen hatten wir besser, als mit einer ge-
wissen Zergtiederungssuchk Gedanken und Sätze
zu spalten, die nicht blos für die Spekulation, son-
dern für die Empfindung gelernt werden sollen.
Uns dünkt, daß wir das in den gegenwärtigen Ta-
bellen etwas zu viel und hin und wieder ohne Noch
angetroffen haben, denen wir übrigens ihre Brauch-
barkeit nicht absprechen wollen, wenn sie ein ange-
hender Katechet zum Leitfaden seiner Fragen und
Erklärungen macht, oder seine eigne Aufmerksam-
keit dadurch schärfen lernt, um Luthers Text oder
die abzuhandelnde Sache sich desto besser von allen
Seiten vorzustellen.
M.

G z

XXI.
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