Allgemeine theologische Bibliothek — 6.1776 [VD18 90309928]

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bey Betracht, der gottl. Wahrheiten. 97
Er nmß nicht hartnäckig wider die Wahrheit ein-
genommen scyn. (Hier hätten wir philosophisch
und rheologisch einiges zu erinnern. Wir wollen
aber nur statt aller Crmk die Frage macken. Ist denn
nie keiner der der Wahrheit hartnäckig widerstund
hernmgebracht worden ? und hat nicht der hartnäckige
Wiederstand mit und durch Erbauung seines Herzens
aufgehörk? Wir wissen aber wohl wo die Sache
sitzt. Der Vers, hat hier die Sprache des Compen-
diums von dem hartnäckigen Widerstand im Gegen-
satz gegen den natürlichen. Ein Gegensatz Mit des-
sen genauer und bestimmter Erklärung cs immer N'.chk
recht fort will -- Hier hätte es eigentlich bey um
ferm Vers, diesen Verstand: wer nicht erbauet wer-
den will, der wird nicht erbauet. Wir möchten
aber auch dieses nicht allgemein sagen.) Wahr-
scheinlicherwcise aber wird derjenige erbauet, der
einen ernstlichen und aufrichtigen Wunsch darnach
hat. Dazu gehört werter Gebet-un.d eine stille Auf-
merksamkeit des Geistes; dann wird die Erbauung
mehr, als nur vermuthlich. Will aber jemand zu-
verlässig behaupten, daß er würklich erbauet wor-
den seye, so muß er die Begreiflichkeit der vorge-
kragencn Sache aufzuweisen haben: Er muß für
oder vorder eine Sache-cirrgenommen werden, und
es müssen den Wahrheiten oder Sachen gemäße Ent-
schlreßungen in ihm eustanden seyn.
Lye-l.BLt>L.VI. B, G Daß
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