Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

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i8o lieber den Werth der Moral.
Glückseligkeit giebt, die keine natürliche Folge um
fers guten Verhaltens, sondern freye Güte Gott
reö ist; so kann und wird Er auch unser Verhal-
ten, wenn es seinem Willen gemäß ist, mir ge-
wissen Folgen verknüpfen, die bloö von seinem
Belieben abhängen, und die uns zu einer großen
Aufmuntrung dienen, dem Guten nachzujagen.
Das findet besonders alsdann statt, wenn wir
aus guter Meynung irren, und etwas für Gottes
Willen halten, das es doch nicht ist. Hier kann
eine natürliche Belohnung nicht erwartet werden'»
der Rechtschafne aber ist dennoch versichert, daß
Gott auf die Absicht seiner Handlung sehe, und
seinen guten Willen sich werde wohlgefallen lassen.
Es finden sich noch mehrere gUteHandlnngen,
welche keine natürliche Belohnungen mit sich
führen; und wobey der Zusammenhang unsrer
Glückseligkeit mit unsern Handlungen sich allein
auf das Wohlgefallen Gottes an einem reinen,
gutgesinnten Herzen, und auf seine väterliche Lie-
be gründet, die nichts, was um seinetwillen ge-
schieht, unvergolten läßt. Diese Ueberzeugung,
dieser Glaube an den gütigen Gott giebt unsrer
unvollkommnen Tugend das Leben, tröstet,stärket,
ccher demülhiget uns auch, indem hier alles Ver-
dienst völlig wcgfällt. Tugend, oder besser Gott-
seligkeit, muß daher immer mit dem Glauben ven
- - bunden
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