Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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l6c> Die heilige Schrift,
ben ihn aber doch gesehen, gehört, berührt, ehe
noch der Menschwerdung Christi gedacht morden!
Welche Freyheiten sich Hr. Gr. bey Ueber-
setzung des N. T. verstarte, wollen wir noch zu-
letzt (um nicht die Gränzen einer Recension zu
übertreten) mir einem Exempel darthun. Die
schwere Stelle aus i Joh. s, 6. giebt er folgen-
dergestalt: Jesus hat sich aus eine dreyfache
Weise als den von Gott gesandten Meßras
erwiesen, durch die Einsetzung der Wassertaufe,
als des uns die Reinigung unsrer Sünden ver-
sichernden Bundeszeichens, durch die Vergies-
sung seines Bluts zur Versöhnung unsrer
Sünden, und noch über dieses durch die vielen
Wunder, die er durch denjenigen Geist wirkte,
der die Wahrheit selbst, und dessen Zeugniß
über alle Zweifel erhaben ist. Hierauf umschreibt
er weitläufig den 7ten Vers, und gieöt die Worte:
diese drey sind eins, ganz unrichtig und unschick-
lich an diesem Orte: wiewohl wahr ist, daß diese
drey nur ein Wesen ausmachen, und erklärt im
8. v. das Blut durch das Bundeszeichen des
Abendmahls des Herrn. Es ist dies alles auch
von andern schon so erkläret worden, und wie
wollen die Richtigkeit dieser Erklärung jetzt nicht
beurkheilen. Das aber dünkt uns nur zu dreiste
zu seyn, eine willkührliche und noch gar nicht
erwie-
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