Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

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über den ganzen Umfang der Religion. r zF
«um mo6i gebe, welches ebenfalls, wenn man
es näher ansieht, ein Unding ist. "Von dieser
"Beschaffenheit ist augenscheinlich alles, sagt der
Vers, "was seinen Grund in der unabhängigen
"und unumschränkten Freyheik Gottes hat und
"dieselbe zum vorausseßet, und worinn wir Gott
"oben eine moralische Uuveränderlichkcit zuge-
"schrieben haben, nemlich alle freye Wirkungen
"des göttlichen Willens, oder die freyen Rath-
"schlüsse Gottes. Nach diesen Begriffen giebt
"eö also etwas, einem?^oäu8 ähnliches, ein
"loAum ^locii, in Gott; und in so ferne Gott
"von Ewigkeit her freye Rathschlüsse hat fassen
"könnet!, und wirklich gesasset hat, kann man ihm
"eine Modifikabilitär zuschreiben." Es ist un-
begreiflich, daß einem Menschen nicht der offen-
bare Widerspruch, zwischen dieser Behauptung,
und dec Unveränderlichkeit Gottes, die man doch
im strengsten Sinn annehmen muß, nicht gleich
in die Augen fällt. Bey Gott kann, sowohl in
Absicht seinerEigenschafren als ftinerNathschlüsse,
die eben so ewig sind, als er selbst, schlechterdings
nichts anders seyn, als es ist; widrigenfalls
müßte eö möglich seyn, daß seine Rathschlüsse
nicht die vollkommensten und beßten wären, wel-
ches man ohne Gotteslästerung nicht sagen kann;
also fällt auch alle erträumte Modisikabilirät weg.
L, Der
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