Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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DIE PRAEHISTORISCHEN UND FRÜHGESCHICHT-
LICHEN FUNDE AUF DEM BURGHÜGEL VON PAROS.
HiezuTafeilu.il.
Die Akropolis von Paros, das heutige Phrurion, ist eine nur bescheidene
Erhebung, die hart am Meeresufer gelegen ist. Sie ist dicht bewohnt
und auf ihrer Höhe gekrönt von der Kirche des Ag. Konstantinos (s. die
Ansicht auf Tafel 1 und Abb. IR. Für die Grabungen hier oben stand
nur ein ganz beschränkter Raum zur Verfügung, ein auf der höchsten
Erhebung des Burghügels gelegener, von der Bebauung frei gelassener
Platz, der in der Breitenausdehnung 19 m, in der Tiefe nur 14 in maß.
Begrenzt war er im W. und NW. durch den Abfall des Hügels zum Meer,
im SW. durch das mächtige Fundament des hellenischen Tempels, im
0., NO. und SO. durch moderne Häuser und Straßen. Die Oberfläche
des Bodens senkte sich parallel der Tempelmauer von SO. nach NW.,
also nach dem Meere hin, und verlief so, daß die in der südöstlichen
Hälfte des Tempelfundaments noch erhaltenen fünf obersten. Schichten
des Fundaments vollständig verdeckt waren, während im NW., unmittel-
bar am Absturz des Hügels zum Meere, wo die vier obersten Schichten
verschwunden waren, ein Stein der fünften Schicht noch über dem
modernen Boden sichtbar war (Vgl. die Gesamtansicht Abb. 2.).
Neben dieser Quader wurde die Grabung angesetzt und zuerst
das Tempelfundament an seiner Nordseite freigelegt, ln einer Tiefe
von ca. 1 m unterhalb des genannten Steines, in Höhe der
untersten, der elften Fundamentschicht stießen wir auf die ersten prae-
historischen Mauern —- die Mauern a, b, c (s. Tafel H). Während das
durchaus auf Schutt aufruhende Ternpelfundament in Höhe des oberen
Randes der praehistorischen Mauern beendet war — s. die Ansicht auf
Abb. 2 und Abb. 3 — fanden wir die Mauersohle der praehistorischen
Mauern erst auf dem gewachsenen Felsen, der im NW. 1,10 m, im NO.
1,50—2,00 m unter der untersten Schicht des Tempelfundaments an-
b Vgl. auch Athen. Mitt. XXVI 1901, 194 ff.
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