Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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Die praehistor. u. frühgeschichti. Funde a. d. Burghügei von Paros 5

getrennten Häusern zu betrachten sein, was in Phylakopi nicht vor-
zukommen scheint. Der südöstlich an Mauer f grenzende Raum IV, in
dessen Wänden sich die beiden vermauerten Wandöffnungen finden,
wird wohl auch ein geschlossenes Zimmer gewesen sein und in der ältesten
Periode im Zusammenhang mit Zimmer 1 gestanden haben, ln dem
Raum nordwestlich von Zimmer 1 ist die ursprüngliche Anordnung durch
die Errichtung von Mauer g gestört, früher mögen die neben Hnoch im
Fundament veifolgbare Mauer und die Fortsetzung von c hier ein wei-
teres Zimmer begrenzt haben, so daß im ältesten Plan hier drei Zimmer
hintereinander lagen, alle durch Türen miteinander verbunden.
Klarer sind die Raumdispositionen bei Zimmer 11 und 111. ln der
Nordecke von 11 zeigt der Felsboden eine starke Erhöhung, oberhalb
deren bei der Einebnung des Terrains die Endigungen von Mauer n
und q ganz beseitigt worden sind. Der erhöhte Fehboden ragt auch ein
Stück in das Zimmer M hinein. Die Niveaudifferenz hier im Innern
war durch einen im Niveau des höheren Felsens gelegten Fußboden —
ob Estrich oder Plattenpflaster, war nicht mehr zu erkennen — aus-
geglichen. Zur Stützung dieses Fußbodens diente die Mauer r, die einen
kellerartigen kleinen Raum — begrenzt von q, o, r und dem Felsen — in
der Nordostecke unter dem Niveau des Zimmers abtrennt, in diesem
magazinartigenVerließfanden wir besonders viel Vasen aufgestapelt. Den
Zugang zu Zimmer Ml vermittelt eine 70 cm breite Tür, die allein unter den
erhaltenen Türen eine Schwelle aus Marmor hat, die übrigen Türschwellen
bestehen aus Gneisblöcken, ln diesem Zimmer war das aus mittelgroßen
Gneisplatten bestehende Pflaster längs der Mauer 1 und zu einem kleinen
Teil auch noch in der Nordecke erhalten. Es liegt unmittelbar auf dem
Felsen auf, scheint aber einen Teil des Zimmers freigelassen zu haben,
denn in dem gut erhaltenen südlichen Teil wird das Pflaster nach der
Zimmermitte zu durch einen niedrigen, schmalen Mauerstreifen ab-
geschlossen. Vielleicht stand hier der Herd. Auf dem Pflaster lagen
zahlreiche ganze Vasen und viele Scherben, besonders viele mono-
chrome Vorratsgefäße und Kochtöpfe (s. u. S. 13). Diese Funde im
Zusammenhang mit der geschilderten Herrichtung des Pflasters gaben
uns den Anlaß, diesem Raum den Namen ,, Küche" beizulegen. Die
Nordost-Mauer dieses Zimmers q ist, wie schon oben erwähnt,
später überbaut worden von der Mauer p, die z. T. auf q sitzt, z. T.
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