Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

Page: 53
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1917/0069
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Die praehistor. u. frühgeschichti. Funde a. d. Burghüge) von Paros 53
kopi, auf Syros und in Naxos begegnet, ist in Paros nicht nachweisbar,
weder in Tsuntas' Funden noch in unseren. Die Insel scheint in dieser
Hinsicht zusammen mit dem griechischen Festland und Aegina zu gehen,
wo man mit ,,Urtirnis"-Farbe aufgemalte Ornamente ebenfalls nicht
kennt. Hier wie dort tritt das dunkle Ornament auf hellem Grund erst
mit der Mattmalerei in die Erscheinung. In Phylakopi kommt diese
bekanntlich in der letzten Zeit der ersten Stadt auf, als die Weißmalerei
schon eine lange Entwicklung hinter sich hatte. Wie hier die Mattmalerei
sofort die Oberhand erhält — im wesentlichen aus technischen Gründen
(vgl. Mackenzie, in Phylakopi S.251) —-, so hat sie auch auf Paros schnell
die Weißmalerei in den Hintergrund gedrängt.
In unserem Fund bilden die mattbemalten Vasen den Hauptstock.
Es sind von über 60 Gefäßen z. T. sehr umfangreiche Bruchstücke ge-
funden.
Nach dem Tonmaterial scheiden sich deutlich zwei Gruppen. Die eine,
die bei weitem größere, besteht aus dem gleichen dunklen Ton wie die
bisher betrachteten Vasen, mit reichem Glimmergehalt, vielen weißen und
wenigen schwarzen Einsprengungen, der im Bruch je nach der Güte des
Brandes schwarz oder grau, nur selten bräunlich oder gar rot ist und an
der Oberfläche immer braun erscheint. Es ist der p a r i s c h e Ton, die
aus ihm gefertigten Gefäße kennzeichnen sich also als parisches
Fabrikat.
Der Ton der anderen Gruppe ist durch und durch hell, im Bruch
manchmal mehr hellgrau, manchmal mehr hellbraun. Die Oberfläche
erscheint immer hellgelb infolge starker Schlemmung der obersten Schicht
und ist durchgehends sehr sorgfältig poliert und geglättet. Die Innen-
seite der Gefäßwandungen zeigt, wenn sie unbearbeitet ist, einen leichten
Rosa-Schimmer und ist, da wo sie der Glättung entbehrt, auffallend
porös. Der Glimmergehalt des Tons ist sehr gering, die Einsprengungen
nicht so zahlreich wie in dem parischen Ton, auch sind die schwarzen
zahlreicher als die weißen. Ein derartiger Ton ist in Paros nicht anstehend,
die aus ihm gefertigten Vasen sind also Importware, für deren
Herkunft nach der Beschaffenheit des Tones in erster Linie Melos
in Betracht kommt
Wir stellen bei der Betrachtung die parische Gattung voran.
loading ...