Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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Die praehistor. u. frühgeschicht). Funde a. d. Burghügei von Paros 57

mit Vertikalstreifen zusammengestellte schräge Linien (Inv. 146), vgl.
Phyiakopi T. iX 7. Daneben treten ovale Schleifen auf, angehängt an
deti untersten der immer wiederkehrenden umlaufenden Schulterstreifen
(Inv. 142 u. 143), wie Phyiakopi T. IX 4, und mit einem breiten Vertikal-
strich geteilte Kreise, wie sie die Abb. 59 (Inv. 147) veranschaulicht, ein
Ornament, das, wie oben Abb. 56 zeigt, auch in der Weißmalerei ähnlich
verwertet ist. Das abgebildete Stück, ca. 30 cm hoch, ist ein Beispiel für
sehr schlechten weißen Überzug und stellenweise rostrot gewordene
braune Deckfarbe. Auf den Henkeln der zwei mit Schleifen gezierten
Kannen findet sich eine Art Fischgrätenmuster eingepreßt.
Eine besondere Beachtung verdienen die beiden in Abb. 60 und 61
wiedergegebenen Bruchstücke von (Inv. 151 u. 152). Am
Henkel von Abb. 60 er-
kennt man den Resteines
nach rechts abgehenden
Bügels, der zu dem Hen-
kel einer mit dem erhal-
tenen Gefäß gekuppelten
Kanne geführt hat. Auch
der unsymmetrisch gebil-
dete Ausguß läßt diese
ehemalige Kuppelung erkennen. Von der Verzierung sind bei diesem
Stück nur kümmerliche Reste erhalten. Auch bei Abb. 61 ist das Un-
symmetrische in der Bildung der Mündung und der Ansatz am Henke!
zu beobachten; auch dieses Fragment rührt also von einem Doppelgefäß
her, wie wir es in der Form vollkommen übereinstimmend von Amorgos
(vgl. Dümmler, Kleine Schriften 111 S. 60 Fig. 7) kennen. Während Abb. 60
ein sehr derb gearbeitetes Stück mit schlechtem Überzug und dicker roter
Deckfarbe ist, gibt Abb. 61 ein sehr sorgfältig hergestelltes Gefäß mit
gutem, gelblich-weißem Überzug wieder, dessen mit pastoser roter Deck-
farbe aufgemaltes Ornament auf den Schnabelkannen von Phyiakopi
oft wiederkehrt.
3. Neben den zahlreichen unverzierten oder mit plastischen
Zierraten oder Weißmalerei versehenen großen Vorratsgefäßen traten
in den engen vier Zimmern auch mattbemalte Pithoi in der erstaunlich
großen Anzahl von 13 Exemplaren auf (Inv. 153—165); gerade die
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