Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

Page: 65
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1917/0081
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Die praehistor. u. frühgeschichti. Funde a. d. Burghüget von Paros 65
Gefäße handelt. Die Aufhellung' der Oberfläche ist in dieser Gattung
statt durch Überzug durch starke Schlemmung der obersten Tonschicht
erreicht, gute Glättung und Politur bei fast allen Stücken. Der Brand
meist sehr scharf. Zur Bemalung sind zwei matte Farben benutzt, ein
Dunkelbraun und ein Braunrot, in der Qualität etwas verschieden von
denen der vorigen Gruppe, dickflüssiger, entschieden dem ,, Firnis" schon
näher stehend als jene. Der Auftrag ist oft sehr dick, so daß die beim
scharfen Brand oft ins Kochen geratene Farbe blasig geworden ist.
Auf einer Anzahl der hierher gehörigen Gefäße erscheinen beide Farben
nebeneinander. Die Gattung in ihrer Gesamtheit zeigt also gegenüber
der vorigen Gruppe eine Weiterentwicklung der Technik nicht nur in
der Beschaffenheit der Farben, sondern auch in der Herstellung des
Scherbens. Bei den zweifarbig bemalten Vasen kommt dieser Fortschritt
auch im Ornament zum Ausdruck.
a) Einfarbig bemalte Vasen.
Die Gruppe der einfarbig bemalten Vasen umfaßt fast nur Becher der
Form oben (S.64) No. 7 u. 8, daneben kommenSchnabelkanne, flache Schale,
Schüssel nur in vereinzelten Exemplaren vor. Die Ornamente sind, bes.
bei den Bechern, durchaus dieselben wie bei den S. 64 betrachteten Bei-
spielen, eine besondere Aufzählung der einzelnen Stücke erübrigt sich
daher. Hervorgehoben sei nur, daß in dieser Gruppe die gradlinig be-
grenzten Becher häufiger auftreten als die mit geschwungener Wandung
(vgl. die Bemerkungen zu den Bechern der vorigen Gruppe).
Zweifarbig bemalte Vasen.
Die Gattung ist im Fund nur sehr spärlich vertreten, nur vier Ge-
fäße sind in Bruchstücken nachweisbar. Die Ornamente sind rein geo-
metrisch, mit Bevorzugung der krummlinigen Muster. Ein wichtiger
Fortschritt besteht im Auftreten der richtigen Spirale. Die Gattung
entspricht durchaus so dem Typus 1 der mattfarbigen Ge-
fäße bei Furtwängler-Loeschcke, Myken. Tongefäße, ln der rein geome-
trischen Epoche der melischen Mattmalerei sind zweifarbige Parallel-
stücke der parischen Gefäße durchaus nicht selten, mit der in Phyia-
kopi so reich vertretenen „black and red"-Gattung haben aber diese
parischen Gefäße mit schwarzbrauner und rotbrauner Bemalung natürlich
loading ...