Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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Die praehistor. u. frühgeschichtl. Funde a. d. Burghügei von Paros 87

fläche erhalten: der Rest einer der fensterartigen Öffnungen am Fuß wie
bei Conze, Melische Tongefäße Titel Vignette und Tafel 1 1.
3. Scherbe eines innen ungefirnißten Gefäßes melischer Fabrik.
Ornament, wie es scheint, Rest einer fortlaufenden Ranke, also etwa wie
Jahrbuch d. Inst. 11 T. 12 in dem Streiten am Fuß (Jnv. 255).
4. Fragment von Hals und Schulter eitles kleinen, innen unge-
firnißten Gefäßes. Durchmesser des Halses ca. 7 cm (Inv. 252). Ton im
Bruch braun. An der Oberfläche dünner, schlecht deckender, weißlicher
Überzug. Firnis dunkel- und hellbraun. Auf der Schulter eine
Reihe von Punkten. Halsansatz durch zwei parallele, umlaufende Linien
markiert. Am Hals rechts aufsprießende Spirale mit kolbenförmiger (?)
Füllung (zerstört), links davon ein sitzendes Tier mit Tatzen, also wohl
eine Sphinx. Als Füllornamente Kreuze und Kreis mit Mittelpunkt,
itmenzeichnung des Tieres mit aufgesetztem Weiß. Die Form des Gefäßes
nicht sicher zu bestimmen, Gleichartiges-begegnet an den bisher bekannten
Fundstätten melischer Gefäße nicht. Die Ornamente sind sämtlich von
melischen Amphoren wohl bekannt; die aufsprießende einfache Spirale
ist zwar seltener als die Doppelspirale, findet sich aber z. B. auf der
Jahrb. d. Inst. 11 S. 211 ff. T. 12 publizierten Amphora (vgl. S. 212).
Diesen auf der Akropolis oder dicht neben ihr gefundenen melischen
Fragmenten seien noch zwei Bruchstücke angeschlossen, die auf del
Tholos des Varuchas, also an einem ziemlich weit von der Burg entfernter
Punkt der alten Stadt gefunden
sind, die uns also zeigen, daß
die melischen Vasen im Stadt- O
gebiet von Paros nicht ganz
selten sind:
5. Größeres Bruchstück einer
melischen Amphora (Inv. 256,
Abb. 100). Die Scherbe stammt
wohl vom Hals einer großen
Amphora, wo die gittergefüllte
Raute als Füllornament zwischen den Voluten zweier Doppelspiralen
besonders beliebt ist. (Vgl. Jahrb. d. Inst. II T. 12 u. Conze, Mel.
Tongef. Titelvignette.) Wie bei Conze ebd. T. I 1 ist auch bei unserem
Stück rote Deckfarbe zur Verwendung gekommen.


Abb. 100.
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